Preis der Literaturhäuser 2019 geht an Antje Rávik Strubel

Das Netzwerk der Literaturhäuser verleiht den Preis der Literaturhäuser 2019 der Autorin und Übersetzerin Antje Rávik Strubel. Der Preis wird am 21. März 2019, 19.30 Uhr im Rahmen einer Veranstaltung im Literaturhaus Leipzig verliehen. Die Laudatio hält Denis Scheck. Der Preis ist verbunden mit einer Lesereise durch die im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser und ist mit  15.000 Euro dotiert. Antje Rávik Strubel wird ihre Lesereise am 16. April im Literaturhaus Rostock beginnen.

In der Begründung des Netzwerks der Literaturhäuser heißt es: “Die Art und Weise, wie Antje Rávik Strubel über Literatur spricht, mit analytischer Intensität und von changierenden Blickpunkten aus, macht jede Veranstaltung mit ihr zu einem unwiederholbar eigenen Ereignis. Auf uns, das Publikum, springen die Funken ihrer Gedankenwelt über, setzen sich fest und fort, ob sie nun über eigene Bücher spricht oder sich als Leserin oder als Übersetzerin (von Joan Didion, Favel Parrett, Lucia Berlin) in den Dienst anderer stellt. Eine ganze Reihe eigenwilliger Roman- und Prosawerke, u.a. der Roman Tupolew 134, lagen bereits hinter ihr, als Antje Rávik Strubel mit Kältere Schichten der Luft den Grundstein für eine Roman-Trilogie legte, die mit Sturz der Tage in die Nacht fortgeführt und mit In den Wäldern des menschlichen Herzens vollendet wurde. Die drei Werke lösen Selbstentwürfe und Lebenslinien aus ihren festen Fügungen, zeichnen Realität jenseits von Gewissheit und offenbaren eine kühne Engführung von Natur und Körperlichkeit. Personen und Landschaften kommen und gehen,
kommen wieder in neuer Gestalt, neuem Licht, in einem anderem Geschlecht, einem undefinierbaren Alter. Und dazwischen schlagartig der Windschutz, die Hosenträger, die Farben des Stechlin –  Requisiten der Welt, die uns ins Leben rufen. Die Programmleiterinnen und Programmleiter der im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser ehren Antje Rávik Strubel als eine Autorin, die sich in besonderem Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht hat.”

Lesungen zum Thema "Heimat Deutschland"

© Ullstein Buchverlage
© Ullstein Buchverlage

Ende Februar geht es bei uns um das Thema Deutschland als Heimat – und das mit zwei Lesungen aus Blickwinkeln, die unterschiedlicher kaum sein könnten:

Lukas Rietzschel erzählt in seinem Roman »Mit der Faust in die Welt schlagen« (Ullstein Verlag) von der Perspektivlosigkeit der Brüder Philipp und Tobias, ihrem Alltag in der sächsischen Provinz und der Heimat, die die Menschen angesichts der Flüchtlingskrise zu verlieren glauben.
Am 18. Februar spricht der Autor gemeinsam mit seiner Lektorin Linda Vogt über den Entstehungsprozess des Romans und die Lebensrealität in Ostdeutschland, die er selbst in seiner Heimatstadt Görlitz miterlebt.
Eine gemeinsame Veranstaltung des Literaturhauses Rostock und der Heinrich-Böll-Stiftung MV.

In der darauffolgenden Woche, am 26. Februar, haben wir Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah bei uns zu Gast: Die zwei Herausgeber*innen der Anthologie »Eure Heimat ist unser Albtraum«(Ullstein Verlag) berichten über ihre Erfahrungen in der Bundesrepublik – und dass diese nicht so vorbildlich demokratisch ist, wie sie vorgibt zu sein. Mehrere Autor*innen teilen in dem Werk ihre persönlichen Erlebnisse mit Alltagsrassismus und Antisemitismus und schaffen so ein Manifest gegen alltägliche Diskriminierung und den Stempel des "Andersseins".
Moderiert wird der Abend von Emily Grunert (Literaturhaus Rostock)
Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Sitftung MV e.V. und des Literaturhauses Rostock.

Genauere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es in unserem Programm.

Die Lesung mit Inger-Maria Mahlke wird nachgeholt!

© Dagmar Morath

Inger-Maria Mahlke, Gewinnerin des deutschen Buchpreises 2018, holt ihre Lesung von »Archipel« im Literaturhaus Rostock nach!

Die im Oktober vergangenen Jahres leider entfallene Veranstaltung wird nun am 10. April 2019 stattfinden.

Alle bereits erworbenen Karten behalten ihre Gültigkeit, allerdings ist »Archipel« nicht mehr Teil der LiteraTour Nord 2018/19, da zum Zeitpunkt der Lesung der oder die Gewinner*in bereits festehen wird.

Karten können Sie in Kürze wie gewohnt bei der anderen buchhandlung erwerben.

 

 

 

Das Programm für Januar & Februar zum Herunterladen!

Wir freuen uns auf:

  • Saskia Hennig von Lange bei der LiteraTour Nord
  • Nino Haratischwili und ihren für den Buchpreis nominierten Roman 
  • Buchkritiken von Rainer Moritz & Annemarie Stoltenberg
  • den Abschluss der LiteraTour Nord mit Steven Uhly
  • einen fulminanten Geschichtsabend mit Stefan Schwarz
  • & den meistbesprochenen Debütanten des Jahres 2018: Lukas Rietzschel

Das gesamte Programm finden Sie auch in der Rubrik  Veranstaltungen und  bei PINAX.

(Übrigens: Vereinsmitglieder können sich unser Programm bequem postalisch zusenden lassen.)

Rostocker ERKLÄRUNG DER VIELEN

Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Künstler*innen.

Heute begreifen wir die Kunst und ihre Einrichtungen, die Museen, Theater, Ateliers, Clubs und urbanen Orte als offene Räume, die vielen gehören.

Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteure dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der vielen feindselig gegenüber.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Künstler*innen, mit allen Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Das Literaturhaus Rostock als eine der unterzeichnenden Institionen der Rostocker Kunst- und Kultureinrichtungen, die diesen Versuchen mit einer klaren Haltung begegnen:

Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über antidemokratische Strategien. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die
beteiligten Institutionen und Einzelkünstler den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Vereins der Vielen

Die Rostocker Erklärung der Vielen finden Sie hier.


Veranstaltung verpasst?

In der Rubrik »Rückblick« finden Sie Fotos und Kurzberichte von unseren Lesungen mit  Helmut Lethen, Khaled Khalifa und Kenan Khadaj, Linus Volkmann, Dorit Linke und vielen mehr.


Europäische Briefwechsel zum Mitlesen


28 Autorinnen und Autoren sind im Austausch über Europa: Das Netzwerk der Literaturhäuser hat 14 Autorenpaare aus unterschiedlichen Ländern Europas zu EUROPÄISCHEN KORRESPONDENZEN eingeladen. (weiterlesen hier »)

Hier geht es zum Gesamtprojekt »


Die nächsten Veranstaltungen

22.01.2019 | 20:00 LiteraTour Nord 2018/19: Nino Haratischwili: »Die Katze und der General«

Lesung & Gespräch, Moderation: Prof. Lutz Hagestedt (Universität Rostock)

Auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis 2018! Alexander Orlow, ein russischer Oligarch, von allen „der General“ genannt, hat ein neues Leben in Berlin begonnen. Doch die Erinnerungen an seinen Einsatz im Ersten... [mehr]

23.01.2019 | 20:00 4. Prosawettbewerb der Germanistik

Lesung & Prämierung der Preisträger*innen // Eintritt frei

Was machen Geisteswissenschaftler*innen, wenn sie nicht gerade Kafka oder Hannah Arendt lesen? Sie schreiben natürlich selbst, und zwar nicht nur Hausarbeiten!Alle Studierenden der Philosophischen Fakultät konnten im vergangenen... [mehr]

30.01.2019 | 20:15 Gemischtes Doppel mit Annemarie Stoltenberg und Rainer Moritz

Buchempfehlungen Vorverkauf gestartet!

Es gibt so viele Bücher – welche nur soll man lesen? Annemarie Stoltenberg, NDR-Kultur-Redakteurin, und Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg und Literaturkritiker, versuchen diese Frage zu beantworten. Den großen... [mehr]