15.06.2021 | 19:30

ONLINE: Unter Freund:innen: Mithu Sanyal und Shida Bazyar

Lesung und Gespräch online via Zoom | Moderation: Emily Grunert


Foto Shida Bazyar: © Tabea Treichel | Foto Mithu Sanyal: © Guido Schiefer

Nach ihrem vielbeachteten Debüt »Nachts ist es leise in Teheran« legt die in Hermeskeil geborene Autorin Shida Bazyar nun einen hochtourigen Roman um drei Freundinnen vor: Hani, Kasih und Saya, aufgewachsen in derselben Siedlung, teilen eine gemeinsame Jugend und die lebenslange Erfahrung, durch Blicke, Sprüche und Institutionen ausgegrenzt zu werden, potentiell Zielscheibe rechten Terrors zu sein. Bazyars Roman »Drei Kameradinnen« zeigt kompromisslos und aufwühlend, was es bedeutet, aufgrund der eigenen Herkunft immer und überall infrage gestellt zu werden. Zugleich stellt er Gewalt, Hetze und Ignoranz ein starkes Konzept entgegen: bedingungslose Freundschaft und Solidarität.

Die Düsseldorfer Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Kritikerin Mithu Sanyal beschreibt in ihrem aufsehenerregenden Romandebüt »Identitti« einen Skandal im universitären Milieu: Die Professorin für Postcolonial Studies Saraswati, die sich als Person of Colour beschrieben hatte, ist in Wahrheit weiß! Auf die Enthüllung folgt der öffentliche Shitstorm, neben der Entrüstung in den sozialen Medien und unter den Studierenden steht auch eine tiefe persönliche Enttäuschung: Nivedita, Studentin bei Saraswati, hatte auf der Suche nach Zugehörigkeit in der Professorin endlich eine Identifikationsfigur gefunden – der sie nun intimste Fragen stellt, auf der Suche nach dem Warum und nach Wahrheit und »echter« Zugehörigkeit.

»Identitti« spielt im humorvollen Schleudergang mit Identitätskonstrukten und -zuschreibungen, »Drei Kameradinnen« verleiht der Wut, die solche Zuschreibungen und alltägliche Ausschlussmechanismen erzeugen, eine kraftvolle Stimme. Beide Bücher sind im Frühjahr 2021 erschienen und erzeugten breite Resonanz. Wir sprechen mit den befreundeten Autorinnen Shida Bazyar und Mithu Sanyal über das, was sie beim Schreiben über Identität und Gesellschaft bewegt.

Shida Bazyar, 1988 in Hermeskeil geboren, studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim; anschließend lebte sie als Autorin und Bildungsreferentin in Berlin. Sie war Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses und Studienstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung. Für ihr 2016 erschienenes Debüt »Nachts ist es leise in Teheran« wurde sie u.a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis und mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Mithu Sanyal hielt 2017 die Laudatio zum Förderpreis und hob hervor: »Es sind deutsche Geschichten, obwohl das Buch im Iran beginnt, obwohl im Titel Teheran steht und obwohl – nein, gerade weil – die Hauptfiguren darin nicht weiß sind.«

Mithu Sanyal, 1971 in Düsseldorf als Kind einer polnischen Mutter und eines indischen Vaters geboren, wurde bekannt durch ihre Sachbücher »Vulva – die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts« und »Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens«, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Ihr Roman »Identitti« ist für Lydia Herms (Deutschlandfunk Nova) »das perfekte Buch für den Moment, wenn du die Frage ›Woher kommst du?‹ mit Schulterzucken beantwortest«.

In der Literaturhaus-Reihe »Unter Freund:innen« bringen wir befreundete Autor:innen ins Gespräch zu ihren aktuellen Veröffentlichungen, die sich gelegentlich auch thematisch berühren.

Vvk.: 5,- € zzgl. Vorverkaufsgebühren bei mvticket

Uns ist es wichtig zu vermitteln, dass Kultur etwas wert ist – gleichwohl ist uns die Teilhabe aller Kulturinteressierten wichtig. Deshalb ist die Teilnahme grundsätzlich kostenpflichtig, es gibt jedoch ein begrenztes kostenloses Ticketkontingent für Studierende und Menschen mit schmalem Budget. Sie müssen sich lediglich unter reservierung@literaturhaus-rostock.de anmelden und erhalten dann unkompliziert die Zugangsdaten.

Eine Kooperation des Literaturhauses Rostock und der Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.


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