Vorgestellt: Die Kandidaten im Überblick

Zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 reisen die Autorinnen und Autoren durch Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Das Publikum darf bei der Entscheidung über den mit 15.000 Euro dotierten Preis der LiteraTour Nord mitwirken, der von der VGH Stiftung finanziert wird!

Neu in diesem Jahr:

  • Als siebte Stadt ist Osnabrück Mitveranstalter der LiteraTour Nord.
  • An jedem Veranstaltungsort wird jeweils eine Lesung aufgezeichnet und anschließend online zur Verfügung gestellt (in Rostock ist dies die Lesung mit Anna Katharina Hahn am 12.01.2021).

Der Vorverkauf startet in Kürze, Karten sind in der anderen buchhandlung erhältlich.
Tickets: 10,- €/8,- €  erm.

Wer alle Lesungen besucht, darf am Ende mit abstimmen über die oder den Gewinner/in!

Hier stellen wir die AutorInnen der LiteraTour Nord und ihre Bücher in der Reihenfolge ihrer Lesungen kurz vor:

Roman Ehrlich

Roman Ehrlich © Michael Disqué

Lesung in Rostock: Dienstag, 27. Oktober, 20:00 Uhr
Literaturhaus Rostock (im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21, 18057 Rostock)

Roman Ehrlich, geboren 1983 in Aichach, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Freien Universität Berlin. Er wurde u.a. mit dem Robert-Walser-Preis 2014, dem Ernst-Toller-Preis 2016 und der Alfred-Döblin-Medaille 2017 ausgezeichnet.

»Malé«

Alle Versuche, die Malediven vor dem steigenden Meeresspiegel zu retten, sind gescheitert, Pauschaltouristen haben sich neue Ziele gesucht, und der Großteil der Bevölkerung musste die Inseln verlassen. Gleichzeitig werden sie für die kurze Zeit bis zu ihrem Untergang zur Projektionsfläche für Aussteigerinnen, Abenteurer und Utopistinnen, zu einem Ort zwischen Euphorie und Albtraum, in dem neue Formen der Solidarität erprobt werden und Menschen unauffindbar verschwinden. Mit »Malé« fängt Roman Ehrlich die komplexe Stimmungslage unserer Zeit ein.

 

 

Anne Weber

Anne Weber © Torsten Greve

Online Veranstaltung (Aufzeichnung in Hannover): Termin wird in Kürze bekannt gegeben

(Nachholtermin in Rostock: 27.04.2021)

Anne Weber, geboren 1964 in Offenbach, lebt seit 1983 in Paris. Sie übersetzt aus dem
Deutschen ins Französische und vice versa und schreibt ihre Bücher in beiden Sprachen.
Für ihre Texte erhielt sie u.a. den Heimito von Doderer-Literaturpreis, den 3sat-Preis, den
Kranichsteiner Literaturpreis und den Johann-Heinrich-Voß-Preis.

»Annette, ein Heldinnenepos«

Geboren 1923 in der Bretagne, schon als Jugendliche Mitglied der kommunistischen
Résistance, Retterin zweier jüdischer Jugendlicher, 1959 zu zehn Jahren Gefängnis
verurteilt wegen ihres Engagements auf Seiten der algerischen Unabhängigkeitsbewegung
– noch heute ist Anne Beaumanoir ein lebendiges Beispiel für die Wichtigkeit des
Ungehorsams. Anne Weber wagt ein literarisches Experiment und erzählt dieses
unwahrscheinliche Leben in einem brillanten Heldinnenepos.

Iris Wolff

Iris Wolff © Annette Hausschild / Ostkreuz

Lesung ONLINE (Aufzeichnung in Hannover): Dienstag, 24. November, 20:00 Uhr

(Nacholtermin Rostock: 16.03.2021)

Iris Wolff, geboren 1977 in Sibiu (Hermannstadt)/Siebenbürgen, wurde für ihre Romane vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie 2019 den Thaddäus-Troll-Preis, war für den Alfred-Döblin-Preis nominiert und wurde mit dem Marieluise-Fleißer-Preis für ihr Gesamtwerk geehrt. Iris Wolff lebt in Freiburg im Breisgau.

»Die Unschärfe der Welt«

Die Geschichte einer Familie aus dem Banat, über Menschen aus vier Generationen, Verlust und Neuanfang. Vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts entsteht ein Roman über Freundschaft unddas, was wir bereit sind, für das Glück eines anderen aufzugeben. Kunstvoll und präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus.

Leif Randt

Leif Randt © Zuzanna Kaluzna

Lesung in Rostock: Dienstag, 08. Dezember, 20:00 Uhr
(Literaturhaus Rostock im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21, 18057 Rostock)

Leif Randt, geboren 1983 in Frankfurt a.M., wurde für seine Utopie-Romane zuletzt mit dem Erich-Fried-Preis (2016) sowie mit Aufenthaltsstipendien in Japan (2016) und Irland (2019) ausgezeichnet. Seit 2017 co-kuratiert er das PDF- und Video-Label tegelmedia.net.

»Allegro Pastell«

In »Allegro Pastell« erzählt Leif Randt vom Glück. Von Wirklichkeit und Badminton, von
idealen Zuständen und den Hochzeiten der anderen. Eine Lovestory aus den späten
Zehnerjahren: Die Fernbeziehung von Tanja und Jerome wirkt makellos. Eltern,
Freund*innen und depressive Geschwister spiegeln ihnen ein Leid, gegen das beide
weitgehend immun bleiben. Doch der Wunsch, ihre Zuneigung zu konservieren, ohne dass
diese bieder oder schmerzhaft existenziell wird, stellt das Paar vor eine große
Herausforderung.

Anna Katharina Hahn

Anna Katharina Hahn © Heike Steinweg / Suhrkamp Verlag

Lesung in Rostock: Dienstag, 12. Januar, 20:00 Uhr
(Ort wird noch bekannt gegeben)

Anna Katharina Hahn, geboren 1970, stand mit ihrem Roman »Am Schwarzen Berg« 2012
auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse und auf Platz eins der SWRBestenliste. Die Recherchen für »Aus und davon« führten sie in die USA und nach Mainz, wo sie 2018 Stadtschreiberin war.

»Aus und davon«

»Aus und davon« entfaltet ein Panorama zwischen Generationen, die einander immer
weniger zu sagen haben. Elisabeth sitzt mit ihren Enkeln in Stuttgart, während sich ihre
Tochter aus dem flirrenden Manhattan oder den Weiten eines provinziellen Hinterlands
meldet. Durch Bilder und Textnachrichten, die um die halbe Welt geschickt werden, scheint das alles irgendwie zusammenzuhängen. Doch was nützt das, wenn ein Kind nicht nach Hause kommt? Ein Familienroman des 21. Jahrhunderts!

 

 

Olga Grjasnowa

Olga Grjasnowa © Joachim Gern

Lesung in Rostock: Dienstag, 26. Januar, 20:00 Uhr
(Ort wird noch bekannt gegeben)

Olga Grjasnowa, geboren 1984 in Baku, Aserbaidschan, lebt in Berlin. Auslandsaufenthalte in Polen, Russland, Israel und der Türkei. Ihr Debütroman »Der Russe ist einer, der Birken liebt« wurde mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und dem Anna Seghers-Preis ausgezeichnet. 2017 erschien ihr vielbeachteter Roman »Gott ist nicht schüchtern«.

»Der verlorene Sohn«

Nordkaukasus, 1838: Jamalludin wächst als Sohn eines mächtigen Imams auf. Seit
Jahrzehnten tobt der Kaukasische Krieg, und sein Vater wird von der russischen Armee
immer mehr bedrängt. Schließlich muss er seinen Sohn als Geisel an den Hof des Zaren
nach St. Petersburg geben, um die Verhandlungen mit dem Feind aufzunehmen. Olga
Grjasnowa erzählt sprachmächtig von einem Kind, das zwischen zwei Kulturen und zwei
Religionen steht und seine Identität finden muss.