Vorgestellt: Die Kandidaten im Überblick

Zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 reisen die Autorinnen und Autoren durch Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Das Publikum darf bei der Entscheidung über den mit 15.000 Euro dotierten Preis der LiteraTour Nord mitwirken!

Der Vorverkauf startet in der kommenden Woche, Karten sind in der anderen buchhandlung erhältlich.
Einzeltickets: 9,- €/7,- €  erm.
Ticket für die gesamte LiteratourNord: 45,- €/35,- € erm. (6 Lesungen zum Preis von 5!)

Wer alle Lesungen besucht, darf am Ende mit abstimmen über die oder den Gewinner/in!

Hier stellen wir die AutorInnen der LiteraTour Nord und ihre Bücher in der Reihenfolge ihrer Lesungen kurz vor:

Norbert Scheuer

Norbert Scheuer © Elvira Scheuer

Lesung in Rostock: Dienstag, 22. Oktober, 20:00 Uhr
andere buchhandlung (Wismarsche Straße 6/7)

Norbert Scheuer, geboren 1951, lebt als freier Schriftsteller in der Eifel. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise und veröffentlichte zuletzt die Romane „Die Sprache der Vögel“ (2015), nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse, und „Am Grund des Universums“ (2017). Sein Roman „Überm Rauschen“ (2009) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

»Winterbienen«

- auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2019 -

Januar 1944: Egidius Arimond, ein frühzeitig entlassener Latein- und Geschichtslehrer, schwebt in Gefahr, vor allem wegen seiner waghalsigen Versuche, Juden in präparierten Bienenstöcken ins besetzte Belgien zu retten. Gleichzeitig kreisen über der Eifel britische und amerikanische Bomber. Arimonds Situation wird nahezu ausweglos, als er ein Verhältnis mit der Frau des Kreisleiters beginnt und schließlich bei der Gestapo denunziert wird. Norbert Scheuer erzählt von einer Welt, die geprägt ist von Zerstörung und dem Wunsch nach einer friedlichen Zukunft.

 

 

Isabel Fargo Cole

Isabel Fargo Cole © Simona Lexau

Lesung in Rostock: Dienstag, 12. November, 20:00 Uhr
Literaturhaus Rostock (Doberaner Straße 21)

 

Isabel Fargo Cole, geboren 1973 in Galena (Illinois), wuchs in New York City auf. Sie studierte in Chicago sowie in Berlin, wo sie seit 1995 als freie Schriftstellerin und Übersetzerin lebt. Ihr Debütroman „Die grüne Grenze“ war u.a. für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 nominiert.

»Das Gift der Biene«

Die junge Amerikanerin Christina erreicht Mitte der 90er Ostberlin – für sie eine lange verborgene Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, deren Geheimnisse sie unbedingt ergründen will. Sie zieht in ein ehemals besetztes Haus, wo sie abends mit den früheren Hausbesetzern im Salon der Lebenskünstlerin Meta zusammensitzt und über die Abgründe des Kapitalismus diskutiert. Für Christina ist die Hausgemeinschaft die Verwirklichung einer sozialistischen Utopie. Diese gerät jedoch ins Wanken, als die Malerin Vera Grünberg im obersten Stock einzieht. In Vera vermuten die anderen die Besitzerin des Hauses, und Meta spürt dem Gerücht nach, vor dem Krieg habe im Gartenhaus ein Wunderrabbi namens Grynberg gelebt. Dann geschieht tatsächlich ein Wunder …

 

 

Albrecht Selge

Albrecht Selge © Sven Meissner

Lesung in Rostock: Dienstag, 26. November, 20:00 Uhr
andere buchhandlung (Wismarsche Straße 6/7)

Albrecht Selge, geboren 1975 in Heidelberg, aufgewachsen in Westberlin, studierte Germanistik und Philosophie in Berlin und Wien. Sein Debütroman „Wach“ (2011) wurde für den Alfred-Döblin-Preis nominiert und mit dem Klaus-Michael-Kühne-Preis ausgezeichnet. Albrecht Selge lebt als freier Autor mit seiner Familie in Berlin.

»Fliegen«

Eine Frau auf unendlicher Reise. Sie lebt im Zug, in Großraumabteilen, in ICEs. Früher hatte sie ein normales Leben: Wohnung, Beruf, Mann, beste Freundin. Jetzt hat sie eine Bahncard 100, eine Tasche mit dem Nötigsten und lebt vom Flaschensammeln. Und doch scheint diese Außenseiterin hellsichtig. Für die Komödien und Tragödien um sie herum, für ein Deutschland ohne Orientierung. Doch bei allem Ernst bleibt dieser Roman leicht und überraschend. Die Geschichte eines Sturzes? Eine Geschichte über ’s Aufstehen und Weiterfahren, über Obdach und Würde. Und ein Bild unserer Gegenwart aus außergewöhnlichem Blickwinkel.

 

 

Karen Köhler

Karen Köhler © Christian Rothe

Lesung in Rostock: Dienstag, 10. Dezember, 20:00 Uhr
Literaturhaus Rostock (Doberaner Straße 21)

Karen Köhler, 1974 geboren, hat Schauspiel studiert und zwölf Jahre am Theater gearbeitet. Heute lebt sie in Hamburg, schreibt Theaterstücke, Drehbücher und Prosa. 2014 erschien ihr Erzählungsband „Wir haben Raketen geangelt“. Für „Miroloi“ erhielt sie 2017 ein Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung und 2018 das Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds.

»Miroloi«

Ein Dorf, eine Insel, eine ganze Welt: Karen Köhlers erster Roman erzählt von einer jungen Frau, die als Findelkind in einer abgeschirmten Gesellschaft aufwächst. Hier haben Männer das Sagen, dürfen Frauen nicht lesen, lasten Tradition und heilige Gesetze auf allem. Was passiert, wenn man sich in einem solchen Dorf als Außenseiterin gegen alle Regeln stellt, heimlich lesen lernt, sich verliebt? Mit Hingabe, Neugier und Wut auf die Verhältnisse erzählt „Miroloi“ von einer jungen Frau, die sich auflehnt: Gegen die Strukturen ihrer Welt und für die Freiheit. – Eine Geschichte, die an jedem Ort und zu jeder Zeit spielen könnte.

 

 

Daniela Krien

Daniela Krien © Maurice Haas

Lesung in Rostock: Dienstag, 7. Januar, 20:00 Uhr
Literaturhaus Rostock (Doberaner Straße 21)

Daniela Krien, geboren 1975 in Neu-Kaliß, studierte Kulturwissenschaften und Kommunikations- und Medienwissenschaften in Leipzig. Seit 2010 ist sie freie Autorin, 2011 erschien ihr Roman „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“. Ihr Erzählband „Muldental“ wurde 2015 mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet. Daniela Krien lebt mit zwei Töchtern in Leipzig.

»Die Liebe im Ernstfall«

Aufgewachsen in den Grenzen der DDR wollen sie nach der Wende alles, bekommen vieles, doch immer sticht der Stachel ihrer Rolle als Frau: Paula lernt ihren zukünftigen Mann kennen; sie heiraten und bekommen ein Kind, doch das Kind stirbt, und die Trauer scheint uferlos. Judith, eine arrivierte Ärztin, sucht über den Umweg durchs Bett den Mann zum Leben. Dann wird sie vom richtigen Mann zum falschen Zeitpunkt schwanger und treibt heimlich ab. Brida ist Schriftstellerin und hat sich aufgerieben zwischen der Liebe zu ihren Kindern und der inneren Notwendigkeit zu schreiben. Malika war einst ein vielversprechendes Geigentalent, doch als ihr Mann sie verlässt, werden sowohl die Hoffnungen auf eine große Karriere als auch auf Familiengründung zerstört. Malikas jüngere Schwester Jorinde macht ihr jedoch ein unerhörtes Angebot...

 

 

Ulrike Draesner

Ulrike Draesner © Dominik Butzmann

Lesung in Rostock: Dienstag, 21. Januar, 20:00 Uhr
andere buchhandlung (Wismarsche Straße 6/7)

Ulrike Draesner, 1962 geboren, schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Essays und erhielt u. a. den Joachim-Ringelnatz-Preis und den Nicolas-Born-Literaturpreis; zwei ihrer insgesamt fünf Romane waren für den Deutschen Buchpreis nominiert. Seit 2018 unterrichtet sie als Professorin für literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

»Kanalschwimmer«

Dass er „zu sicher“ gelebt hat, begreift Charles mit Anfang 60, kurz vor seinem Ruhestand. Als seine Frau ihm eröffnet, dass ein anderer Mann fortan das Haus mit ihnen teilen soll, setzt er ihrem Traum zunächst einen eigenen entgegen: einmal im Leben durch den Ärmelkanal zu schwimmen. Das Wasser verändert Charles’ Sicht auf sein Leben: auf die Sommer der Liebe in den Siebzigern, menschliche Leidenschaften, gescheiterte Utopien. Ein Aufbruch im Alter, ist das möglich? Gelten die frühen Ideale noch – oder wieder? Der Kanal ist kalt, die Strömung mächtig. Am Ende wird Charles klar, dass er nicht über seinen Schatten springen muss. Er kann ihn durchschwimmen.