19.09.2020 | 15:00

+++AUSVERKAUFT+++ Literaturland M-V: Helga Schubert im Gespräch mit Insa Wilke

Streaming unter: www.twitch.tv/lithausrostock


Helga Schubert © Johannes Helm

Es war die literarische Sensation des Sommers: Mit 80 Jahren gewann Helga Schubert den Ingeborg-Bachmann-Preis, nachdem ihr eine erste Teilnahme im Jahr 1980 verwehrt geblieben war – die DDR gestattete ihr die Ausreise nicht. Im Corona-Sommer 2020 nahm Helga Schubert von ihrem Haus in Neu Meteln aus virtuell am Wettbewerb teil. Zu  ihrer eigenen Überraschung setzte sie sich mit der Erzählung »Vom Aufstehen« gegen 13 andere Kandidat*innen durch: Der autobiographisch grundierte Text, der parallel die Gegenwart mit einem zu pflegenden Ehemann und die wechselvolle Beziehung zur eigenen Mutter verhandelt, berührte und begeisterte Publikum und Jury.

Maßgeblich beteiligt an Helga Schuberts Wiederentdeckung war die Literaturkritikerin und Bachmannpreis-Jurorin Insa Wilke, die sie als Kandidatin vorschlug und zum Einreichen eines Textes einlud. Wir bringen beide ins Gespräch und wollen Helga Schuberts Weg als Autorin nachverfolgen – beginnend mit der Erzählung, durch die Sarah Kirsch einst auf Schuberts außergewöhnliches Talent aufmerksam wurde.

Helga Schubert, geboren 1940 in Berlin, lebt in Neu-Meteln (Nordwestmecklenburg). Nach dem Abitur 1957 arbeitete sie als Montiererin am Band, anschließend studierte sie klinische Psychologie und arbeitete bis 1987 in der Erwachsenenpsychotherapie. Seit 1977 war sie auch freiberufliche Schriftstellerin. Sie veröffentlichte Erzählbände, die sowohl in der DDR als auch in der BRD erschienen, u.a. »Lauter Leben«, »Das verbotene Zimmer«, »Anna kann Deutsch. Geschichten von Frauen«, sowie zahlreiche Kinderbücher.
Nach der verweigerten Ausreise zur Teilnahme an den »Tagen der deutschsprachigen Literatur« im Jahr 1980 war Schubert von 1987 bis 1990 selbst Jurorin des Wettbewerbs. Am Ende der DDR war sie Pressesprecherin des Zentralen Runden Tischs zur Vorbereitung der ersten freien Wahl 1990.
»Judasfrauen. 10 Fallbeispiele weiblicher Denunziation im Dritten Reich« erschien 1990 zuerst in der Bundesrepublik, dann in Italien, Japan und Frankreich. Auch in »Die Welt dadrinnen« (2003) beschäftigt sie sich mit dem Verhalten in der Diktatur, diesmal von Ärzten und Angehörigen gegenüber Psychiatriepatienten, die Opfer der »Vernichtung lebensunwerten Lebens« wurden.
Helga Schubert wurde u.a. mit dem Heinrich-Mann-Preis und mit dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet sowie mit dem Drehbuchpreis für den DEFA-Film »Die Beunruhigung« (1982), der bei der Biennale in Venedig gezeigt wurde und zu den beim Publikum erfolgreichsten Filmen der DDR zählte.
Sie ist mit dem Psychologen, Maler und Schriftsteller Johannes Helm verheiratet. Beide zogen 2008 nach Nordwestmecklenburg in das Dorf Neu Meteln und eröffneten dort für seine Bilder eine Galerie mit regelmäßigen Kulturveranstaltungen, in denen Helga Schubert moderiert und neue Erzählungen liest.

Insa Wilke studierte Germanistik und Geschichte und wurde mit einer Arbeit über Thomas Brasch promoviert. Als Literaturkritikerin veröffentlicht sie u.a. in der Süddeutschen Zeitung und im Rundfunk. Sie war Mitglied verschiedener Jurys, derzeit u.a. für die SWR-Bestenliste, den Ingeborg-Bachmann-Preis und den Deutschen Verlagspreis. Insa Wilke ist Teil des »lesenswert quartetts« im SWR Fernsehen. Sie leitet das Mannheimer Literaturfest »lesen.hören« und wurde 2014 mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet.

Ort: Literaturhaus Rostock (im Peter-Weiss-Haus), Doberaner Straße 21, 18057 Rostock

Eintritt: 9,-/ erm. 7,- Euro

Es gilt das Kulturticket (bitte anmelden unter: reservierung@literaturhaus-rostock.de).

Vvk.: in der anderen buchhandlung, im Pressezentrum und bei mvticket.de 

Ticketlink: https://bit.ly/3iV26hu

Hybrid-Veranstaltung: Live-Gespräch und Stream:

Streaming unter: twitch.tv/lithausrostock


Kartenreservierung
+++AUSVERKAUFT+++ Literaturland M-V: Helga Schubert im Gespräch mit Insa Wilke
Liebe Besucher*innen,
wir treffen bei unseren Veranstaltungen umfangreiche Vorkehrungen zu Ihrer gesundheitlichen Sicherheit. Um dennoch ggf. Infektionsketten nachzuverfolgen und Sie zu informieren, müssen wir die unten erfragten Daten erheben und für 4 Wochen aufbewahren. Deshalb bitten wir Sie, das erweiterte Reservierungsformular sorgfältig auszufüllen. Damit unterstützen Sie uns auch bei der Vorbereitung und ermöglichen einen planmäßigen Veranstaltungsbeginn.
Sind Sie ein Haushalt?
Ich habe die Informationen zum Datenschutz gelesen*