23.05.2019 | 20:15

Rückblick Kleiner Mann - was nun?

Ein Hans-Fallada-Abend mit Hannelore Hoger und Uwe Naumann


Am 23. Mai hatten die Universitätsbuchhandlung Hugendubel und das Literaturhaus Rostock die große Ehre eine von Deutschlands beliebtesten Schauspielerinnen und ihren Lektor zu begrüßen: Hannelore Hoger und Uwe Naumann.
Mit tosendem Applaus wurden die beiden von den über 240 Besucher*innen willkommen geheißen. Wie Florian Rieger, Leiter der Rostocker Hugendubel Filiale, bei der Begrüßung bemerkte, handelte es sich damit um die zweitgrößte Veranstaltung, die die Buchhandlung in den letzten zehn Jahren veranstaltet hat.
Die Freundschaft von Hoger und Naumann entstand vor einigen Jahren während ihrer Zusammenarbeit an Hogers Autobiographie »Ohne Liebe trauern die Sterne. Bilder aus meinem Leben«. Es war immer das Ziel, weiter zusammen zu arbeiten. Aus diesem Grund haben sie gemeinsam einen Hans-Fallada-Abend konzipiert, zu Ehren des erfolgreichen deutschen Schriftstellers Hans Fallada (1893-1947).
Hoger eröffnete die Lesung mit dem ersten Kapitel von »Kleiner Mann – was nun?«, Falladas erstem Roman, erschienen in 1932. Ihr lebendiges Vorlesen versetzte das Publikum in Staunen und brachte es zum Lachen. Nach der ersten vorgelesenen Passage erzählte Hoger von ihren Erlebnissen als ‚Lämmchen‘ in der Theaterproduktion des Romans von Peter Zadek. Die Zuschauer*innen hatten das Vergnügen eine kurze Strophe aus einem der Lieder zu hören, die damals extra für die Inszenierung geschrieben wurden. Zwischendurch erzählte Naumann aus Falladas Leben,  kontextualisierte sein Werk und strukturierte so den Abend.  
Als zweites las Hoger aus Falladas letztem, 1947 erschienenem Buch »Jeder stirbt für sich allein«, eine bewegende Geschichte des Widerstands im Nazi-Deutschland der 1940er Jahre. Naumann berichtete von Falladas eigenem Leben unter dem  Nazi-Regime. Auch in seinem bis 2009 unveröffentlichten Gefängnistagebuch »In meinem fremden Land« schilderte Fallada sein Leben während der NS-Zeit. Hoger und Naumann lasen beide Passagen aus dem Tagebuch.
Um den Abend auf einer erfreulicheren Note enden zu lassen, las Hoger aus »Geschichten aus der Muckelei«. Diese Geschichten hatte Fallada seinen Kindern erzählt, die darauf bestanden, dass „Onkel Rowohlt“ (so nannten sie den damaligen Verleger Ernst Rowohlt) sie abdruckte. Die lustige und herzerwärmende Geschichte  sorgte wieder für gute Stimmung.
Die ausgewählten Texte zeigten die große Bandbreite von Falladas Werken und seinem Können. Hoger las mit viel Gefühl und Naumann brachte uns die Person des Hans Fallada näher.
Beide Akteure wurden mit anhaltendem Applaus verabschiedet.

 

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für diesen wundervollen Abend.

 

Eine gemeinsame Veranstaltung der Universitätsbuchhandlung Hugendubel und des Literaturhauses Rostock.

 

 

Natalie Dielmann
(Praktikantin Literaturhaus Rostock)