FORTBILDUNGSKONZEPT

Im Rahmen des „WELTENSCHREIBER-das Literaturvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche“ Projektes bietet das Literaturhause Rostock in Kooperation mit der Robert-Bosch Stiftung GmbH, der Universität Rostock und dem IQ M –V eineinhalbjährige Fortbildung „Literarisches Schreiben im Deutschunterricht“ für Lehrkräfte im Fach Deutsch aller Schularten aus M-V.
Die Fortbildung ist in zwei thematische Schwerpunkte gegliedert:
1) Erzählendes Schreiben + Lyrisches Schreiben mit der Autorin Kerstin Preiwuß
2) Szenisches Schreiben mit dem Dramatiker Christian Nußbaumeder

Ein Jahr lang schreiben die DeutschlehrerInnen unter den Fittichen von K. Preiwuß oder Ch. Nußbaumeder literarische Texte. Dabei lernen sie Techniken und Verfahren kennen, die Texte zu gestalten, zu überarbeiten und sich über Kriterien und Aspekte der Bewertung zu verständigen. Möglichkeiten des kritischen Dialogs über eigene und fremde Texte sollen hier erfahrbar gemacht werden. Der schulische Kontext spielt zuerst eine zweitrangige Rolle. Im Vordergrund der ersten Phase stehen die TeilnehmerInnen und ihre persönliche Erfahrung der Textproduktion und Textgestaltung.

Diese Erfahrung soll den LehrerInnen helfen, eine solche Anschlusskommunikation über Textprodukte im eigenen Deutschunterricht zu initiieren. Nach der Phase der persönlichen Entwicklung rückt die didaktische Perspektive in den Fokus der Fortbildung. In enger Zusammenarbeit mit der Fachdidaktik Deutsch der Universität Rostock werden Unterrichtskonzepte entwickelt, um die Erfahrungen des eigenen Schreibens in die Unterrichtsgestaltung einzubringen, das literarische Schreiben als Unterrichtsbestandteil zu integrieren und dabei an Vorgaben des Rahmenplans sinnvoll anzuschließen. Entsprechend den Anforderungen der fachlichen Lehrerbildungsstandards wird hier die Kompetenzorientierung der Lehrenden in den Mittelpunkt gestellt.
Anmeldeschluss: 7. September 2018

ZIEL DER FORTBILDUNG

„Schüler merken es sehr schnell, wenn ein Lehrer nur oberflächliches Wissen hat. Wenn Antworten auf Fragen nur sehr zögerlich kommen, wenn sie im Vagen enden oder wenn klar wird, dass dieses Wissen nicht einer Erfahrung entspringt, sondern angelesen ist.“[1]

Unser Fortbildungskonzept ist darauf angelegt, eine Kompetenz der Textproduktion, Textgestaltung und Textbewertung zu erzeugen, die nicht an der Oberfläche bleibt, die in der Lage ist, sich den Fragen der Schüler zu stellen, ihnen im Problemfall wirklich weiterhelfen zu können und ihnen vielleicht sogar in einer Art   gegenüberzutreten. Kompetenz ist mehr als reine Sachkenntnis, sie zeigt sich im Tiefenverständnis für einen Prozess und seine Anforderungen.


Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier:


INFORMATIONEN ZU THEMATISCHEN SCHWERPUNKTEN

DIDAKTISCHE BETREUUNG VON DER UNIVERSITÄT ROSTOCK

TERMINE UND ANMELDUNG

 


[1] Abschlussbericht zur Evaluation des Fortbildungsprogramms „Literarisches Schreiben im Deutschunterricht“. Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation: Prof. Dr. Ulf Abraham, Dr. Ina Brendel-Perpina, M.A. Chrisitan Thierauf.

Didaktische Seminartage

© Prof. Dr. Tilman von Brand
© Susanne Tanejew

Die Deutschdidaktik übernimmt im Rahmen des Fortbildungsprojekts vor allem die Vermittlungsperspektive und unterstützt die Lehrkräfte dabei, Konzepte für den Unterricht zu entwickeln, um Schülerinnen und Schülern das literarische Schreiben näherzubringen. Dabei werden pragmatische Dimensionen wie die curriculare Anbindung, die Problematik der Leistungsbewertung oder die konkrete Unterrichtsplanung ebenso in Angriff genommen wie ästhetische Fragestellungen oder solche zur Anbindung des Konzeptes an herkömmliche Zielsetzungen literarischen Lernens. Gemeinsam soll ausgelotet werden, welche Funktionen das literarische Schreiben für die Erschließung von Literatur und für die Entwicklung von Schreibfertigkeiten und -fähigkeiten erfüllen kann. 


Prof. Dr. Tilman von Brand war Gymnasiallehrer für die Fächer Deutsch und Sozialkunde und lehrt seit 2012 als Professor für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Rostock. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Literaturdidaktik, Individualisierung / Differenzierung / Inklusion, historisch-politisches Lernen sowie Methodik des Deutschunterrichts. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Praxis Deutsch und u.a. Autor der Bücher Deutsch unterrichten und Stundenplanung Deutsch. Zusammen mit Susanne Tanejew verantwortet er den fachdidaktischen Teil des Fortbildungsprogramms.

Susanne Tanejew, 1981 in Berlin geboren, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur der Universität Rostock und Lehrerin am Alexander-von-Humboldt Gymnasium in Greifswald; Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind das literarische Lernen in heterogenen Lerngruppen, Leseförderung, Medien und Orte des Literaturunterrichts.