Buchtipps für LeserInner ab 6 Jahren

 

Der Himmel ist heut blau

Buchtipp von Emma Rüger
In dem Buch „Der Himmel ist heut blau“ stehen viele Gedichte. Sie reimen sich und dazu gibt es sehr ansprechende Bilder, die in schwarz/weiß gezeichnet wurden. Die Bilder sind inhaltlich zu jedem Gedicht abgestimmt. Die Geschichten und die Gedichte sind etwas kürzer gefasst.

Rathenow, Lutz (Text) / Egbert Herfurth (Illustr.): Der Himmel ist heut blau, Berlin: Kinderbuchverlag, 58 Seiten, 22,00 €, Empfohlen für Kinder ab 6 Jahren.

Was wird aus uns? – Nachdenken über die Natur

Buchtipp von Giselle Schmelich

Das Buch „Was wird aus uns?“ beschäftigt sich mit philosophischen Fragen rund um das Thema Natur, ohne Antworten, welche sich selbst erdacht werden müssen. Es ist simpel, aber doch sehr tiefgründig, da manche auch ein wenig menschenkritisch sind. Jede Frage wird von einer, oder zwei Fotografien begleitet, welche den Fragen meist noch mehr Nachdenkpotential geben. Ich würde das Buch Familien  mit Kindern ab 6 Jahren empfehlen, da sich wunderbare Gespräche mit den Fragen entwickeln könnten.

Damm, Antje (Text) / (Illustr.): Was wird aus uns? Nachdenken über die Natur, Frankfurt am Main, Moritzverlag 2018, 141 S., 18,00 €. Empfohlen ab 6 Jahren.

 

 

Ein Freund wie kein anderer

Buchtipp von Jette Farr

In dem Buch „Ein Freund wie kein anderer“ von Oliver Scherz, mit Bildern von Babara Scholz, geht es um das Eichhörnchen Habbi und einen Wolf namens Yaruk. Dieser wird verletzt und Habbi versucht ihm zu helfen. Es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Das Buch ist kindgerecht, aber erzeugt trotzdem Spannung. Die Bilder in diesem Buch harmonieren sehr gut zum Text und wurden in freundlichen Farben gehalten. Dieses Buch ist für Kinder ab 6 Jahren zu empfehlen.

Scherz, Oliver (Text) / Barbara  Scholz (Illustr.): „ Ein Freund wie kein anderer“, Stuttgart: Thienemann Verlag, 2018, 123 Seiten, 14 €.

 

 

Der Miesepups 

von Weda Zeug

Der Miesepups will einfach nur seine Ruhe in seinem Bett haben. Da fällt ihm sein neuer Freund – das Kucks – ein und plötzlich hat er irgendwas im Gesicht. Aber was?! Das versucht er heraus zu finden, indem er das Kucks sucht. Er kann seinen Freund aber nur durch die Hilfe der anderen Waldbewohner finden. Das allerdings mag er gar nicht und ist deswegen sehr unfreundlich zu allen, und das hat natürlich auch seine Konsequenzen.

Die bunten und lustigen Illustrationen und Collagen von Cindy Schmid unterstützen die lustigen Texte von Kirsten Fuchs. Jedoch könnte das für sehr junge Leser unverständlich wirken, deshalb empfehle ich es ab 6 Jahren.

Kirsten Fuchs (Text) /Cindy Schmid (Illustr.): Der Miesepups hat etwas im Gesicht, Dresden und Leipzig: Voland und Quist, 2017, 48 S., 16,00 €.

 

 

Anne Frank und der Baum

von Hannes Bülow

In diesem Buch wird die furchtbare Geschichte von  Anne Frank aus Sicht eines Baumes, welcher durch ihr Fenster schaut, kinderfreundlich erzählt. So wie die Jahreszeiten vergehen und der Baum wächst, so wird auch Anne Frank älter, bis sie schließlich von den Nazis abgeführt wird. Wie auch Anne in einem Konzentrationslager stirbt, verliert auch der Baum seine Blätter und stirbt langsam. Jedoch wächst er wieder nach, wie auch Anne Franks Tagebuch immer gelesen werden wird.

Die Zeichnungen aus dunklen Brauntönen vermitteln die schon im Text erwähnte düstere Stimmung gut und machen die Ernsthaftigkeit der Situation klar, ohne dabei gruselig oder merkwürdig zu sein.

Die kinderfreundliche Geschichte der Anne Frank ist gut zum Vorlesen und für Kinder ab 6 Jahren geeignet.

Gottesfeld, Jeff (Text) /Mc Carty, Peter (Illstr.): Anne Frank und der Baum. Der Blick durch Annes Fenster, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2018, 40 S., 16.99 €. Übersetzt von Mirjam Pressler.

 

 

Nur ein Tag

Ein Buchtipp von Fiona Härtel

Fuchs und Wildschwein frühstücken gemütlich am See, als eine kleine Eintagsfliege aus ihrer Larve schlüpft. Sie ist voller Lebensfreude und den beiden bricht es das Herz, dass die Fliege nur diesen einen Tag zu leben hat. Wildschwein bricht in Tränen aus. Auf Nachfrage der süßen, kleinen Fliege behaupten die beiden, dass Fuchs derjenige wäre, der bald sterben muss. Die Fliege beschließt, Fuchs´ letzten Tag zu seinem schönsten zu machen.

Das Kinderbuch von Martin Baltscheit ist eine schöne Geschichte über die Freundschaft von verschiedenen Tieren, die miteinander eine tolle Zeit verbringen. Es ist  ein Bilderbuch mit farbenfrohen Illustrationen von Wiebke Rauers.

Baltscheit, Martin (Text) / Rauers, Wiebke (Illustr.) : „Nur ein Tag“, Hamburg: Dressler Verlag, 100 S., 12,99€. Empfohlen für Kinder ab 6 Jahren.

 

 

Das Flüstern des Orients

von Hannes Bülow

In diesem Buch werden 6 orientalische Märchen aus dem Orient ansprechend und verständlich erzählt, ohne dabei Fremdwörter wie Dschinn oder Kadi ungeklärt zu lassen. Der Leser bekommt einen exklusiven Eindruck in die Welt des Morgenlands. Dazu wird im hinteren Teil des Buches die arabische Schrift, mit Hilfe einer Tabelle, erklärt.

Die Illustrationen, welche aus Rot- und Blautönen bestehen, unterstützen zusätzlich die im Text beschreibene Landschaft in Saudi-Arabien und Umgebung.

Dieses Buch ist für Kinder ab 6 Jahren geeignet.

Meiners, Franziska (Text & Illustr.): Das Flüstern des Orients. Arabische Märchen zum Vorlesen und Entdecken, Zürich: Nord Süd Verlag 2018, 112 S., 25,00€ Empfohlen ab 6

 

                                                                                                                                                                                                                                           

Peppi und Oma

von Neele Mai Hänler

Peppi ist am liebsten bei ihrer Oma, denn mit Oma hat sie ganz viel Spaß. Sie kann mit ihr Gummihüpfen, Schokobrötchen essen und Rätsel lösen. Aber am schönsten für Peppi ist es, dass Oma groß ist. Deshalb kann Oma schwere Einkäufe tragen, die leckersten Himbeeren von ganz oben pflücken und die Wäsche aufhängen. Doch eines Tages passiert etwas Seltsames: Oma wird immer kleiner. Jetzt muss Peppi alle Aufgaben übernehmen, die Oma sonst gemacht hat.

Mit schönen uncolorierten Zeichnungen sind die Illustrationen die perfekte Ergänzung für den traurigen Inhalt des Buches. Eine kurze schöne Geschichte, die Kindern bei dem Tod ihrer Oma weiterhelfen könnte.

Pabst, Inka (Text) / Zaeri, Mehrdad (Illustr.): Als Oma immer kleiner wurde, München: Tulipan Verlag 2017, 64 S. 18,00 €. Empfohlen für Kinder ab 6 Jahren. 

 

 

...und morgen sieht die Welt ganz anders aus

Ein Buchtipp von Julika Templin und Fiona Härtel

Die Geschichte von Charlee Florenz handelt von einem kleinen Jungen namens Noah, der sich fragt, warum seine Tante Freda immer so schlecht gelaunt ist. In einem Traum trifft Noah einen Fuchs, der ihm erklärt, warum manche Menschen eine Mauer um sich bauen und wie man diese mit Liebe und Mut überwinden kann.

Die Illustratorin Eva Marie Zerner hat die Seiten mit farbenfrohen Bildern versehen. Empfehlenswert ist die Geschichte für Kinder ab sechs Jahren und deren Eltern.

Florenz, Charlee (Text), Zerner, Eva Marie (Illustr.): Und morgen sieht die Welt ganz anders aus, Rostock: Mutmacher Verlag, 15 Seiten, 12,90€. Empfohlen für Kinder ab 6 Jahren.

 

 

Mein erstes großes Buch der Tiere

Ein Buchtipp von Charlotte Albrecht

Hier lernt man all die verschiedenen Tierarten und ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten kennen. Viele große und kleine Tiere wie der Blauwal und die Ameise werden hier mit schönen und passenden Bildern erklärt und gezeigt.

 „Mein erstes großes Buch der Tiere“ wurde von Nicola Davies in einfachen Texten und ein paar Reimen geschrieben. Die bunt gemalten und gezeichneten Bilder von Peter Horácek machen die kurzen Texte für den Leser noch verständlicher.  

 Davies Nicola: Mein erstes großes Buch der Tiere, Hamburg: Aladin Verlag 2017, 107 S.,25,00 €. Empfohlen ab 6 Jahren.

 

 

Bestimmt wird alles gut

Eine wahre Geschichte vom Fortlaufen und Ankommen – mitreißend , zum Nachdenken anregend und erschütternd.

Ein Buchtipp von Alexandra Barth

In dem Buch geht es um eine syrische Großfamilie mit vier Kindern, vor allem um Rahaf und ihren Bruder Hassan. Mit jedem neuen Tag in ihrer Stadt kommen immer mehr Flugzeuge, Bombenangriffe und tote Menschen, die reglos und unbeachtet wie welkes Laub auf den Straßen liegen.

Und da beschließen die Eltern, mit ihren Kindern fortzulaufen. Weg. In ein anderes Land. Auf der Suche nach Sicherheit und Schutz vor Gewalt und Krieg. Aber der Weg auf winzigen Booten über das riesige Meer ist so weit und was sie auf ihrer unglaublich langen Flucht erleben, die Umstände, unter denen sie dabei behandelt und ausgenutzt werden, was sie alles durchstehen müssen, ist alles andere als menschlich.

Ein hervorragendes Buch, um Kindern beizubringen, was in unserer Welt alles schiefläuft.

 

Boje, Kirsten (Text), Birck, Jan (Bild): Bestimmt wird alles gut, Klett Kinderbuch, 48 Seiten, 6, 90 Euro. Empfohlen ab 6 Jahren.

 

 

Wie süß das Mondlicht auf dem Hügel schläft!

Ein Buchtipp von Alexandra Barth

„Denn die Nacht ist alles, nur nicht schwarz!“

Dieses Buch ist eine Sammlung von Gedichten, Liedern und Geschichten über die blauen Stunden, schwarzen Nächte und hellen Morgende. Bekannte Dichter wie Joachim Ringelnatz, Theodor Storm, Heinz Janisch und Mascha Kaléko schrieben alle über Mond, Schlafen, Laternen und sternenklare Nächte. Ihre Werke begleiten berühmte Bilder von van Gogh, Hoffmann, Monet und O´Keeffe, alles zusammen ist fast wie ein Video der Nacht, das sich vor den Augen des Lesers abspielt.

Egal, ob Kinder, Erwachsene, Erwachsenwerdene oder Hundertjährige, in diesem Buch ist für jeden etwas dabei, der wissen will, was an der Nacht eigentlich s besonders ist, wo sie doch tief und schwarz scheint, dabei aber auf eine unerklärliche Weise voll Farbe, Stille, Schönheit und Träume steckt. Ja, die Nacht lebt!

 

Roeder, Annette: Wie süß das Mondlicht auf dem Hügel schläft!, München: Prestel Verlag, 160 Seiten, 19, 99 Euro. Empfohlen ab 6 Jahren.

 

 

Man kann doch nicht mit einem Mädchen befreundet sein! Oder doch?

Sverre Henmo „Hier wohnt Ben und da Marie“ 

Buchtipp von Cathleen Hycnar 

Ben und sein kleiner Bruder Klaus genießen ihre Sommerferien mit den Eltern sehr. Keine Schule, der warme Sommer und den ganzen Tag im See baden. Aber wie Alles hat auch der schönste Urlaub ein Ende. Zu Hause angekommen, muss Klaus feststellen, dass nebenan neue Nachbarn eingezogen sind. Er ist enttäuscht, als er mitbekommt, dass neben dem rüpelhaft erscheinendem großen Bruder nur ein Mädchen in seinem Alter mit zur neuen Familie gehörte. Mit Mädchen kann man doch nichts anfangen und schon gar nicht passt ihm der große Hund, der immer an ihrer Seite ist. Ben hat eigentlich Angst vor großen Hunden, aber das kann man natürlich als Neunjähriger, jetzt schon Viertklässler, nicht zugeben. Ebenso wenig, dass er Marie eigentlich ganz interessant findet. Sie sitzt zu allem Überfluss auch noch neben ihm in der Schule. Aber irgendwie ist sie gar nicht wie andere Mädchen. Warum hat sie keine Angst vor der Clique älterer Jungen, die die Siedlung unsicher machen? Und warum nur kann sie schneller laufen als er? Und wo ist eigentlich Marie`s Mutter? 

Eine spannende Zwischendurch-Geschichte von Freundschaft. 

Sverre Henmo: Hier wohnt Ben und da Marie, aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs, Carlsen, Hamburg 2008. Ab 8 Jahren

 

 

Don Quijote

Von Miguel de Cervantes

Buchtipp von Oscar Yucra

Ein Edelmann vom Lande will Ritter werden für seine Herzensdame zieht er aus um ein Held zu werden und gibt sich den Namen Don Quijote de la Macncha mit dem gewitzten Bauern Sancho Panza zieht er um die Welt immer bestrebt Gutes zu tun.

Die Geschichte des Don Quijote von vor über 400 Jahren ist hier genauso Spannend erzählt mit den prächtigen Illustrationen ist das Buch sehr viel besser als andere Neu-gemacht Literaturklassiker. Letztendlich ist es also ein sehr gutes Buch.

Cervantes, Miguel de (Original) und Jenkins, Martin (Nacherzählt) und Chris Riddell (Illustrationen): Don Quijote, Düsseldorf: Sauerländer 2009, 352 S. , 23,99€ , Empfohlen für Kinder ab  6

George R. R. Martin: „Das Lied des Eisdrachen“

Buchtipp von Oscar Yucra

Adara ist ein Winterkind sie spürt weder Schmerz noch weint sie, wenn alle anderen sich fürchten vor dem Winter ist sie in heller Vorfreude vor allem weil dann ihr geheimer Freund kommt der Eisdrache.

George R.R. Martin geboren am 20. September 1948 ist einer der größten Fantasy Autoren unserer Zeit, mit seinem Epos „Das Lied von Eis und Feuer“  und der Fernsehserie „Game of Thrones“ hat er riesige Erfolge.

Martin setzt eine alte Geschichte neu auf und ihm gelingt es sie spannend und mystisch zu erzählen das wird durch die detailreichen Illustrationen unterstrichen. Letztendlich ist es eine gutgeschriebene Geschichte mit exzellenten Illustrationen für Kinder.

 

Martin, George R. R.: Das Lied des Eisdrachen, München, cbj 2015, 128 S. , 9,99€

Empfohlen für Kinder ab 6

Ein aufregender Klassiker für Kinder!

Waldemar Bonsels: Die Biene Maja und ihre Abenteuer

Buchtipp von Evi Gräßler

Die kleine Biene Maja lebt in einem Bienenstock und langweilt sich. Frisch geschlüpft empfindet sie das Leben der Bienen als langweilig und ist neugierig auf die Welt und die Menschen. Entgegen der Vorschrift Honig zu sammeln, geht Maja auf Reisen.

Dabei besteht die kleine Biene viele Abenteuer und begegnet einer Vielzahl von Tieren, beispielsweise Peppi dem Rosenkäfer oder Schnuck der Libelle. Jedoch endet die Reise nicht mit der Begegnung eines Menschenkindes, ein größeres Abenteuer wartet schon auf Maja. Die fiesen Hornissen planen den Bienenstock anzugreifen. Nun liegt es an ihr den Stock zu retten.

Das Buch beschreibt Naturerlebnisse detailliert und eindrucksvoll, beispielsweise das Zusammenleben von Libellen und Brummern. Die Geschichte ist in einzelne Kapitel gegliedert und es bietet sich an, sie auch vor dem Schlafengehen vorzulesen. Frauke Nahrgangs Verdienst besteht darin, dass sie die Erlebnisse von Biene Maja auf die Gegenwart projiziert und sie somit den Kindern von heute zugänglich macht. Die Abenteuer der Biene Maja wurden liebevoll illustriert durch Verena Körting und sind nicht nur für Kinder sehenswert.

Waldemar Bonsels: Die Biene Maja und ihre Abenteuer, neu bearbeitet von Frauke Nahrgang, cbj Verlag, München: 2012. Ab 6 Jahren

Nur grasen ist einfach nicht genug!

Martin Klein „Rita das Raubschaf“ 

Eigentlich fehlt es dem Schaf Rita an nichts. Stundenlang könnte es wie die anderen Schafe auf dem Deich grasen und ab und zu dösend auf das Meer blicken. Doch das reicht Rita nicht. Rita ist anders als die anderen Schafe. Rita will mehr! Rita möchte ein Raubschaf sein und Raubschafe gibt es nur auf hoher See. In Ruth dem Meerschweinchen findet Rita einen Kumpan. Zusammen träumen sie nicht nur vom Abenteuer, sondern sie setzen ihren Plan gemeinsam in die Tat um. Doch was wäre eine Reise ohne sonderliche Begegnungen und so mancher Gefahr, die man nur durch Zusammenhalt bestehen kann? Und was wäre eine Reise ohne nachträgliche Erkenntnis? Ritas und Ruths Geschichte ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Jedoch fachsimpeln die beiden teilweise so viel miteinander, dass gerade bei jüngeren Kindern, ein Erwachsener mit Erklärungen zur Seite stehen sollte. Die Unterteilung in Kapiteln lässt den Leser oder Vorleser vom turbulenten Geschehen verschnaufen. Viele kleine Zeichnungen untermalen Ritas und Ruths abenteuerliche Begegnungen und lassen den Betrachter schmunzelnd mitfiebern. 

Klein, Martin: Rita das Raubschaf, Tulipan Verlag, Berlin 2009. Ab 6 Jahren

Ein bisschen Comic!

Jean Regnaud „Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen“

Buchtipp von Cathleen Hycnar 

Dieses Buch, das aus dem Französischen übersetzt wurde, ist im Comic-Stil geschrieben. Die sehr humorvoll gehaltene Geschichte hat zwar einen traurigen Hintergrund, aber das Schmunzeln über die Schreibweise kann man sich bis zum Schluß nicht verkneifen. Ein wirklich herzzerreissendes Thema, das allerdings erst zum Schluß klar heraustritt, sodass der Leser den niedlichen Humor ohne schlechtes Gewissen geniessen kann. Sehr einfühlsam geschrieben aus der Sicht eines 7jährigen Jungen, der gerade eingeschult wurde und nicht versteht, warum er seine Mama nicht sehen kann wie alle anderen auch. 

Jean Regnaud: Meine Mutter ist in America und hat Buffalo Bill getroffen, aus dem Französischen übersetzt von Kai Wilksen, Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2009. Ab 6 Jahren

Eine der spannendsten Schatzsuchen der Literaturgeschichte 

Ingrid Uebe „Die Schatzinsel“
Eine Nacherzählung von Robert Louis Stevensons berühmtem Klassiker 

Buchtipp von Ariane Bellgardt 

Irgendwo da draußen ist er, irgendwo da draußen muss er sein. Wenn man doch nur wüsste, wo.
Seit jeher ist die Menschheit von seltenen Kostbarkeiten und Schätzen fasziniert. Viele von ihnen sind über die Jahrhunderte geborgen oder gar geplündert worden. Das Gold der Inka reizte die Spanier so sehr, dass sie das Volk samt seiner reichen Kultur vernichteten. Zahlreiche Grabräuber machten sich auf, um die Kostbarkeiten aus den Ruhestätten der ägyptischen Pharaonen zu bergen und auch die kalifornischen Flüsse führen heute kein glitzerndes Gold mehr.
Die Suche nach diesen und allen anderen Schätzen war allerdings nicht nur reizvoll, sondern auch äußerst gefährlich. Selten war man allein auf der Suche nach ihnen. Und so waren es meist die anderen Schatzsucher, die die größte Gefahr für den eigenen Erfolg darstellten. Dennoch gab es viele Abenteurer, die bereit waren, für einen Schatz den eigenen Tod in Kauf zu nehmen. Sie alle und ihre Kämpfe um Ruhm und Reichtum bildeten die Grundlage für zahlreiche Abenteuergeschichten.
Eine der berühmtesten von ihnen ist die von dem jungen Jim Hawkins, der sich zusammen mit einer Schar Piraten auf die Suche nach dem Schatz des berüchtigten Kapitän Flint macht. Mit dessen Schatzkarte ausgerüstet stechen Jim, Doktor Livesey, Baron Trelawney und Kapitän Smollett mit einer Schiffsmannschaft in See. Doch ist allen Männern an Deck, allen voran Long John Silver, zu trauen? Sind doch viele von ihnen immerhin Piraten, denen das Entern von Schiffen scheinbar angeboren ist. Und tatsächlich, die Mannschaft spaltet sich und die Piraten um John Silver meutern das Schiff. Der Kampf um den Schatz von Kapitän Flint beginnt.
In klarem, prägnantem Stil erzählt Ingrid Uebe Robert Louis Stevensons berühmtes Abenteuer um „Die Schatzinsel“ nach. Aus der Perspektive des Wirtssohnes Jim Hawkins verfolgen wir die wichtigsten Ereignisse aus einem der berühmtesten Piratenabenteuer der Literaturgeschichte. Dabei steht die Nacherzählung dem Original in Sachen Spannung in nichts nach. Während des Lesens kann man die salzige Meeresluft beinahe riechen und die unberührte Natur der Schatzinsel vor dem geistigen Auge sehen.
Lebendige, farbenfrohe und phantasievolle Illustrationen lockern jede Doppelseite auf und machen sowohl Protagonisten als auch die Handlung noch anschaulicher.
Also, stechen wir gemeinsam mit den Piraten in See und begleiten Jim Hawkins bei seinem Kampf um den Schatz des berühmten Kapitän Flint. Entdecken wir mit der Mannschaft die Geheimnisse der „Schatzinsel“. 

Stevenson, Robert L.: Die Schatzinsel. Nacherzählt von Ingrid Uebe, Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 2010. Ab 8 Jahren

Berge, Schnee und ein bisschen "Heidi"- Feeling

Maria Parr „Sommersprossen auf den Knien“ 

Buchtipp von Cathleen Hycnar

Ganz anders als der Titel und die Illustration des Buches vermuten lassen, spielt die Story nicht im Sommer-Camp, sondern in den schneebedeckten Bergen. Die Autorin Maria Parr kommt aus Norwegen und erzählt vom sorglosen Leben einer wilden, etwas moderneren "Heidi". Naja...fast sorglos. Unsere Kinder können mit diesem Buch in eine Welt eintauchen, in der sie mit Alltagssorgen zu kämpfen haben - wie die kleine, wilde Tonje Glimmerdal, die mit Löwenmut versucht, alles ins rechte Lot zu rücken und alle Beteiligten danken ihr mit Symphatie und Respekt. Das Kinderbuch erzählt von tiefer Freundschaft zwischen einem kleinen, wilden Mädchen zu einem einst griesgrämigen, verbitterten alten Mann und von großer Verlustangst, als ihm etwas passiert. Die Autorin hat wohl ihre gesamten Kindheitserinnerungen und die Geschichte von der berühmten "Heidi" (die übrigens auch eine kleine Rolle in dem Geschehen hat) in dieser Erzählung zu einem Paket geschnürt. Es ist sehr liebevoll und warmherzig aus der Sicht einer 9jährigen geschrieben, der Familiebande und tiefe Freundschaft sehr wichtig sind und für die sie alles riskiert. Sich sogar ihrer riesigen Angst vor Hunden stellt.
Wer seinem Kind "Heidi" etwas moderner nahe bringen will, der trifft mit diesem Buch genau ins Schwarze. Zeitlos geschrieben, deshalb auch ein Buch zum Weiterreichen in die nächste Generation. 

Parr, Maria: Sommersprossen auf den Knien. aus dem Norwegischen übersetzt von Christel Hildebrandt, Dressler, Hamburg 2010. Ab 8 Jahren

Das Leben des 4-jährigen Tuso

Hanna Schott „Tuso. Eine wahre Geschichte aus Afrika“

Buchtipp von Ariane Bellgardt

Fantasy-Romane sowie Geschichten über Vampire, Zauberer und andere sagenhafte Wesen erfreuen sich großer Beliebtheit. Wie reizvoll ist es, dem Hier und Jetzt zu entfliehen, mit seinen Helden in fremde Welten einzutauchen und an ihrer Seite die spannendsten Abenteuer zu erleben.
Aber ist es eigentlich notwendig, bis nach Mittelerde zu reisen oder einen Tarnumhang zu besitzen, um ferne Welten kennenzulernen? Ist unsere Wirklichkeit selbst nicht schon unglaublich vielfältig und bietet so viel Fremdes, dass es manchmal schwer fällt, sich das Leben anderer Menschen und deren Kulturen vorzustellen?
Wie wächst beispielsweise ein kleiner Junge in Asien, Lateinamerika oder Afrika auf? Womit spielen er und seine Freunde? Hat er auch ein Kuscheltier, ohne dass er abends nicht einschlafen kann? Und hat er überhaupt ein warmes Bett und ein sicheres Dach über dem Kopf?
Hanna Schotts authentische Geschichte über den 4-jährigen Tuso und seinen 8-jährigen Bruder Daudi gibt eine mögliche Antwort auf diese Fragen. In ihrem Buch „Tuso. Eine wahre Geschichte aus Afrika“ schildert die Autorin mit klaren und für Kinder verständlichen Bildern das Leben des 4-jährigen Jungen in den Straßen der Großstädte Tansanias.
Nach der gemeinsamen Flucht vor ihrer Tante in die nahegelegene Stadt Moshi verlieren sich Tuso und Daudi schnell in den großen Menschenmengen der Stadt. Der kleine Tuso muss in der Folge auf sich allein gestellt dafür kämpfen, täglich etwas zu essen und zu trinken zu bekommen, zu überleben und seinen Bruder wiederzufinden.
In seinen Jahren als eines von vielen Straßenkindern Tansanias trifft er auf vieles, das er aus seinem Heimatdorf nicht kannte. Durch Franziska Junges Illustrationen veranschaulicht, begleiten wir Tuso, als er das erste Mal so wundersame Dinge wie einen Fernseher, einen Supermarkt oder zwei dicke, weiße Frauen sieht. Wer sind sie und was wollen sie in einem Land, in dem doch sonst alle Menschen eine dunkle Hautfarbe haben?
Anhand der wahren Geschichte des kleinen Tuso erfahren wir aber nicht nur etwas über das Schicksal dieses Jungen. Mit Bild und Text führen uns Graphikerin und Autorin eindrucksvoll vor Augen, wie deutlich sich die afrikanischen Lebensumstände von unseren in Europa unterscheiden.
Darüber hinaus verdeutlicht Hanna Schott am Beispiel der beiden weißen Frauen auch, dass es mit persönlichem Engagement möglich ist, Kindern wie Tuso zu helfen und eine Zukunftsperspektive zu geben.
Vorrangig aber erfahren wir und besonders unsere Kinder, dass es Kinder in ihrem Alter gibt, die es viel schwerer haben und für die eigentlich selbstverständliche Dinge alles andere als selbstverständlich sind.
Das Buch nimmt sich des Problems der ungleichen Verteilung des Wohlstands auf der Welt an und schafft es, ein so wichtiges Thema bereits für Kinder ab 6 Jahren verständlich darzustellen. 

Schott, Hanna: Tuso. Eine wahre Geschichte aus Afrika, Klett Kinderbuch, Leipzig 2009. Ab 6 Jahren

Von Zweien, die das Meer erkunden

Inge Feustel „Leopold und Winni am Meer“ 

Buchtipp von Ariane Bellgardt

Jeden Tag stoßen Kinder auf Dinge, die sie zuvor nicht kannten und die sie sich im ersten Moment schwer erklären können. So vieles gibt es zu entdecken und zu erkunden. So vieles bringt uns zum Staunen und lässt uns nach dem Wie oder Warum fragen.
Immer wieder neue Fragen stellen sich auch der kleine Junge Winni gemeinsam mit seinem besten Freund, dem Hund Leopold, in Inge Feustels Kinderbuch „Leopold und Winni am Meer“.
In den zehn kleinen Geschichten des Buches halten sowohl Strand als auch Meer immer wieder neue ’Wunder’ für die beiden bereit, die es gilt zu ergründen und zu verstehen.
„Wie ist die Mücke in den Stein gekommen?“, „Warum haben Fische denn einen hellen Bauch?“ und wie gelingt es den Quallen eigentlich „wie Unterwasserraketen“ durch’s Meer zu schießen? Diese und andere Fragen stellen sich die zwei Freunde, als sie am Meer die unterschiedlichsten Lebewesen entdecken und beobachten.
Dabei nehmen sie uns Leser mit auf ihre Erkundungsreisen. Unterstützt durch eine anschauliche, bildreiche Sprache sowie durch zahlreiche Illustrationen, erfahren wir die Lösungen der Rätsel des Meeres zeitgleich mit den beiden Figuren. Durch kleine Experimente, die auch wir gemeinsam mit unseren Kleinen zu Hause ausprobieren können, veranschaulichen Winni und Leopold die Erklärungen zusätzlich.
Zudem überzeugen die zehn Geschichten durch ihre Kurzweiligkeit und durch für Kinder ab sechs Jahren verständliche Erklärungen. Sie eignen sich damit sehr gut, um dem eigenen Kind sowohl eine Geschichte zu erzählen als auch ein Stück der Welt zu erklären. Und auch den Schulkindern, die erst vor kurzem mit dem Lesen begonnen haben, werden die kleinen Abenteuer nicht zuletzt durch die vielen Illustrationen große Freude bereiten. 

Feustel, Inge: Leopold und Winni am Meer, Verlag Junge Welt, Berlin 1990. Ab 6 Jahren