Buchtipps für junge LeserInnen ab 12 Jahren

Und du kommst auch drin vor

Ein Buchtipp von Adele Bastian

Kim ist eine 15-jährige Teenagerin, die sich nicht von der Menge abhebt, bis sie mit ihrer Schulklasse eine Lesung besucht. Sie hat sich vorher nicht für Bücher interessiert, doch dieses Buch ist anders: es handelt von ihrem Leben! Einige unwichtige Details stimmen jedoch nicht. Es werden andere Namen verwendet, aber der Rest erzählt von ihr.
Der Roman, der von Kims Leben erzählt, endet allerdings nicht gut …
Kim tut alles, um diese Tragödie in der realen Welt zu verhindern.

Der Roman von Alina Bronsky ist nicht nur sehr fesselnd, sondern zeigt auch, dass man, wenn man sein Leben selbst in die Hand nimmt, alles erreichen kann. Empfohlen ist das Buch für junge Erwachsene ab 12 Jahren.

Bronsky, Alina: „Und du kommst auch drin vor“, München: Deutscher Taschenbuchverlag 2017, 190 S., 16,95 €. Empfohlen für Jugendliche ab 12 Jahren.

 

 

Das Jahr, in dem ich lügen lernte

Ein Buchtipp von Charlotte Albrecht

Anabelles Leben ist immer glücklich verlaufen. Sie hat nie viel Stress, hilft ihren Eltern auf dem Hof und in der Küche und geht gerne zur Schule. Bis sie Betty, dem neuen Mädchen im Dorf, auf dem Schulweg begegnet. Betty schikaniert sie, droht ihr, macht ihr Angst und erzählt Lügen, vor allem über Anabells Freud Toby. Als schließlich noch Anabelles Freundin darunter leiden muss, beschließt Anabell etwas zu unternehmen und so beginnt eine spannende, mitreißende Geschichte, in der kleine Taten zu großen Katastrophen führen.

„Das Jahr, in dem ich lügen lernte“ wurde von Lauren Wolk aus der Sicht der Protagonistin geschrieben. In vielen Situationen fühlt man mit der Hauptperson und versucht sie zu verstehen.  

Wolk, Lauren: Das Jahr, in dem ich lügen lernte. München: Hanser Verlag 2017, 270 S., 16,00 €. Empfohlen ab 12 Jahren.

 

 

Spiegelkind

Ein Buchtipp von Elisa Gillot

In Julis Welt muss man "Normal" sein um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Ist man ein Mensch, aber nicht "Normal", ist man ein "Freak". Aber es gibt auch dei Pheen. Übernatürliche Geschöpfe, die sich unauffällig Verhalten müssen, da sie sonst weggesperrt werden. Pheen sind unsterblich und haben Fähigkeiten, weshalb "Normale" sie fürchten. Und dann ist Julis Mutter verschwunden und ihr Vater unternimmt nichts, um sie zu suchen. Weil ihre Mutter eine Phee ist. Und das bedeutet: Juli ist mit 50% wahrscheinlichkeit auch eine Phee. Juli macht sich auf dei Suche nach ihrer Mutter und nur ihre Freundin Ksü begleitet sie. Gemeinsam decken sie die Geheimnisse von Julis Eltern auf und finden heraus wer oder was Juli selbst ist.

Alina bronskys Buch ist sehr fesselnd geschrieben und die Story ist einnehmend.

Bronsky, Alina: "Spiegelkind", Würzburg: Arena Verlag 2012, 301 S. 14,99 € Empfohlen ab 12 Jahren.

 

 

Wenn Nachts der Ozean erzählt

Ein Buchtipp von Elisa Gillot

Subhi lebt in einem Flüchtlingslager in Australien. tag ein, Tag aus ist er hinter dem Zaun und hofft, dass irgendwann sein Vater kommt und dann alles gut wird. Und manchmal hört Subhi abends das Nachtmeer- Ein Meer das nur in seiner Vorstellung existiert- das ihm Schätze von seinem Vater bringt. Eines Tages bringt es ihm Jimmie, die von der anderen Seite des Zauns kommt. Zusammen lesen sie geschichten. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse im Flüchtlingslager und Subhi verliert seinen besten freund Eli. Als dann Leute kommen, die die Flüchtlinge fragen, was passiert ist, entschließt Subhi sich kurzerhand, ihnen alles zu erzählen.

Zana Fraillon erzählt in diesem Buch von den Bedingungen, unter denen Flüchtlinge leben müssen. Nicht nur in Australien, sondern überall auf der Welt. Es ist ein mitreißendes Buch, das einem vor Augen führt, wie schlecht man Flüchtlinge behandelt. Und obwohl das Buch für 12- Jährige empfohlen wird, kann es genausogut von Älteren gelesen werden.

Fraillon, Zara: "Wenn Nachts der Ozean erzählt", München: cbt-Kinder- und Jugendverlag 2017, 282 S., 16,99 €. Empfohlen ab 12 Jahren.

 

 

Isola

Ein Buchtipp von Elisa Gillot

Vera wird mit 11 anderen Jugendlichen für einen Film auf eine Insel gebracht. Es ist ein Experiment, bei dem die 12 für zwei Wochen auf einer Insel gefilmt werden. Als einer von von ihnen die Anleitung für ein Spiel findet, das sie spielen MÜSSEN kann Vera niemendem mehr Vertrauen. Nacheinander scheiden mehrere Mitspieler aus dem Spie aus und werden von der Insel gebracht. Als dann Darling nicht aufzufinden ist und joker tot im Wasser gefunden wird, flüchten die übriggebliebenen 5 auf die Nachbarinsel. Dort entdecken sie die Aufnahmen der Kameras. Dort kommen sie den Geschehenissen auf die Spur.

Isabel Abedis Buch ist spannend bis zum Schluss. Als die 5 auf der Nachbarinsel die Aufnahmen ansehen, scheint das große Geheimnis endlich aufgedeckt zu werden. Doch dann kommt eine überraschende Wendung, mit der niemand gerechnet hatte. Das Buch ist empfohlen ab 12 Jahren, ist für Ältere jedoch nicht weniger spannend.

Abedi, Isabel: "Isola", Würzburg: Arena Verlag 2007, 321 S. 14,95 €. Empfohlen ab 12 Jahren.

 

 

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Ein Buchtipp von Elisa Gillot

Mathegenie Gottie wurde nach dem Tod ihres Grandpas aus der Bahn geworfen. Als auch noch ihr bester Freund aus dem Kindergarten, Thomas, wieder auftaucht, ist sie mit ihren Gefühlen endgültig überfordert. Dabei ist es nicht hilfreich, dass sie ständig unfreiwillig mit Wurmlöchern durch die Zeit springt und dabei alles aus den Fugen zu geraten droht.

Harriet Reuter Hapgood beschreibt in dem Buch, wie der Verlust eines geliebten Menschens einen verändern kann. So wird aus einem fröhlichen Mädchen ein in sich gekehrter Mensch. Sie hat dieses Thema verpackt in einer Liebesgeschichte mit allerlei Mathematischen Formeln und physikalischen Gesetzen. Empfohlen ist das Buch für Jugendliche ab 12 Jahren, kann aber auch gut von älteren gelesen werden.

Hapgood, Harriet Reuter: "Ein bisschen wie Unendlichkeit", Frankfurt am Main: Fischerverlag 2017, 379 S., 16,99 €. Empfohlen ab 12 Jahren.

 

 

Die Buchspringer

Von Mechthild Gläser

Buchtipp von Theres Banek

Während Amy´s Sommerurlaub auf der Heimatsinsel ihrer Mutter, erfährt sie von der Fähigkeit ihrer Familie. Sie sind alle Buchspringer und können in die verschiedensten literarischen Werke springen und mit den Figuren in Kontakt treten. Doch dann passieren merkwürdige Dinge in der Buchwelt. Unter anderem verschwindet Sherlock aus seinem Roman und das weiße Kaninchen kommt nicht mehr bei Alice vorbei. Und so muss Amy sich auf die Suche nach dem Ursprung dieser Probleme machen.

„Die Buchspringer“ wurde von Mechthild Gläser aus der Sicht der Hauptrolle geschrieben un d zwischenzeitig wechselt es in eine andere Erzählweise. Es liest sich schnell und leicht in einer deutlichen Sprache. Es ist Empfehlenswert.

Gläser, Mechthild: Die Buchspringer, Bindlach: Loewe 2015, 384 S., 17.95€, Empfohlen für kinder ab 12 Jahren

 

 

Euer schönes Leben kotzt mich an

von Saci Lloyd

Buchtipp von Oscar Yucra

Laura lebt ein normales Teenager-Leben in London, sie spielt in einer Band und ist verknallt in den Nachbarsjungen. Doch nach dem Großen Sturm 2010 führt die Britische Regierung nun ein Co²-Rationierungs-Plan eingeführt um solch Katastrophen „Vorbeugend“ zu verhindern, dadurch kommen Bürger nur noch an eine bestimmte Menge Energie, wer zu viel Energie verbraucht muss mit harten Strafen rechnen. Es folgen Proteste, Aufstände und viele Veränderungen im Leben von Laura…

Die Autorin Saci Lloyd schreibt eine gut vorstellbare dunkle Zukunft die zum Nachdenken anregen, der Fakt das es als Tagebuch geschrieben ist lässt es noch realer wirken und regt die Leser zum Nachdenken an.

 

Lloyd, Saci: Euer schönes Leben kotzt mich an, Arena, Hamburg 2016, S. 344, 7,99€, Empfohlen für Kinder ab 12

Arbeitsalltag Bundeskanzlerin

Martin Baltscheit „Jasmin Behringer. Ich und die Kanzlerin“

Buchtipp von Ariane Bellgardt

Generation Praktikum. Was mittlerweile zu einem geflügelten Wort geworden ist, beginnt bereits während der Schulzeit. Kein Schulkind erreicht das Abitur, ohne die Schulbank für einige Wochen gegen die Redaktion einer Zeitung, die Regale einer Buchhandlung oder die Gehege eines Tierparks eingetauscht zu haben. Bei der Vielfalt der heute zur Verfügung stehenden Berufswege ist es wichtig, einige der persönlichen Berufswünsche, auch einmal praktisch ausprobiert zu haben.
Und warum klein anfangen, wenn man auch gleich ganz hoch hinaus kann? Das denkt sich die 14-jährige Jasmin Behringer und bewirbt sich prompt für ein einwöchiges Praktikum im Bundeskanzleramt. Mit Erfolg.
Schneller als gedacht steht sie vor dem imposanten Gebäude im Berliner Regierungsviertel. Und schwups ist sie drin –in der zentralen Schaltstelle der Bundesrepublik, die auch liebevoll Waschmaschine genannt wird.
Martin Baltscheit verleiht seiner jungen Heldin die authentische Stimme einer mutigen 14-Jährigen, die fünf Tage lang voller Neugier, aber auch einer guten Portion Selbstbewusstsein in den Arbeitsalltag der politischen Führung unseres Landes eintaucht. Und der ist nicht nur abwechslungsreich und anstrengend, sondern auch äußerst spannend. Bereits früh am Morgen müssen die wichtigsten Zeitungsmeldungen des Tages gesichtet und zu Pressemappen für die Kanzlerin und Co zusammengestellt werden. Hoher Staatsbesuch muss sowohl kulinarisch als auch politisch gründlich vorbereitet werden. Und natürlich stehen auch die wöchentlichen Kabinette mit allen Ministern sowie die Parlamentssitzungen mit den Abgeordneten an. Wenn dann auch noch der Arbeitsminister zurücktritt, müssen die Journalisten in Pressekonferenzen informiert und natürlich ein kompetenter Nachfolger gefunden werden.
Gar nicht so einfach, ein ganzes Land zu regieren, stellt Jasmin schnell fest. Da braucht man eine Menge helfende Hände. Und eigentlich ist jeder Mensch im Land wichtig und trägt seinen Teil dazu bei, dass Deutschland so ist wie es ist – nicht perfekt, aber auch nicht schlecht.
Durch den gelungenen Fingergriff, politische Kenntnisse hautnah und durch die Augen eines Teenagers zu vermitteln, gelingt es dem Autor, das von Schülern oft als trocken empfundene Thema Politik zugleich spannend und witzig, durch zusätzliche Informationen in Fußnoten aber auch informativ und lehrreich zu gestalten. Dabei trifft er den saloppen Tonfall eines jugendlichen Mädchens in unnachahmlicher Weise. Durch den teils unbedarften, neugierigen Blickwinkel einer 14-Jährigen erleben wir die Arbeit in Kanzleramt und Bundestag auf völlig neue, unterhaltsame Weise. Und so ermöglicht uns Baltscheit absolut gewinnbringend, ein Verständnis für die sonst so ferne Welt der Politik zu bekommen – hautnah und zum Anfassen.

Baltscheit, Martin: Jasmin Behringer. Ich und die Kanzlerin. Boje Verlag, Köln 2009. Ab 12 Jahren

Empfindungen und Erfahrungen in Sachen Liebe

Nava Semel „Liebe für Anfänger“ 

Buchtipp von Cathleen Hycnar 

Sieben Geschichten, aus verschiedenen Sichtweisen, an verschiedenen Orten und Zeiten, von Gefühlen, Empfindungen, Verletzung und Verlust. Es geht nicht nur um die Liebe zwischen Mann und Frau. Auch um die zu Eltern, Geschwistern und Freunden. Liebevoll und einfühlsam geschrieben, sodass man sich in die jeweilige Figur sehr gut einfühlen kann. Die Erzählungen zeigen unseren Kindern / jungen Heranwachsenden, dass Liebe vieles bedeuten kann und dass Kummer, Sorgen und auch Glück dicht beieinander liegen können und dass jeder, der die ersten Erfahrungen in Sachen Verlieben macht, genauso unsicher und auch verwirrt ist, wie er selbst. 

Semel, Nava: Liebe für Anfänger, Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin 2010. Ab 12 Jahren 

Nicht kleinzukriegen

Meg Rosoff „Davon frei zu sein“ 

Buchtipp von Cathleen Hycnar 

Diese Geschichte spielt Mitte des 19. Jahrhunderts im rauen, düsteren Südwesten von England. Es herrscht die größte Armut, die man sich vorstellen kann. Kinder, die ungewollt geboren werden, sind nur eine Belastung was dessen Ernährung angeht. Auch als junge Frauen sind sie nichts wert. Sie werden verheiratet, wie die Bauern es brauchen. Meist sind es Tauschgeschäfte gegen ein paar Lebensmittel. Frauen haben den niedrigsten Status den man sich denken kann. Sie werden zu schwerer Arbeit gezwungen und sind nur für die männliche Befriedigung gut. Rechte haben sie keine. So soll auch die Zukunft von Pell Ridley aussehen. Sie wuchs inmitten von 10 Geschwistern in Dreck und Armut auf. Ihr Vater ist ein gewalttätiger Säufer, der es nicht schafft seine Familie zu ernähren. Ihre Mutter hat schon lange keinen eigenen Willen mehr. Pell, wie auch die anderen Kinder der Familie, arbeitet hart für ein bisschen Brot und dünne Suppe. Ihr zukünftiger Ehemann steht bereits fest. Aber die Armut und die gesellschaftliche Ungerechtigkeit haben es nicht geschafft Pell`s Willen zu brechen. Sie wird sich nicht mit dem für sie vorgesehenen Schicksal abfinden, das steht für sie fest. Sie will ein besseres Leben und wenn es ihr das Eigene kostet. Schlimmer als jetzt kann es nicht mehr kommen. An dem Abend vor ihrer Hochzeit reißt sie aus. Ihr kleiner, etwas geistig minderbemittelter Bruder schmuggelt sich mit ein in die Flucht. Ein harter Weg beginnt. Aber wie sich am Ende rausstellt, war es der richtige. Natürlich ist die Flucht gepflastert mit vielen Hindernissen, Ungerechtigkeiten und Gewalt, aber auch mit in paar guten Begegnungen, die ihre Zukunft positiv beeinflussen. Die Autorin lässt den Leser in ihre Erzählungen hart eintauchen. Ohne Schnörkel und Umschweife umschreibt sie die kahle, graue Gegend und die Erbarmungslosigkeit auf die ihre Figur während der gesamten Handlung trifft. 

Meg Rosoff: Davon, frei zu sein, Fischer Fjb, 2010. Ab 14 Jahren

Kindsein in zehn Kapiteln

Nadia Budde „Such dir was aus, aber beeil dich“ 

…ziemlich anders, sehr besonders…nach jedem Kapitel ein tiefes Ein- und Ausatmen und kurzes Innehalten. Auf einmal ist sie wieder da: die eigene Kindheit, mit dem Bewusstsein, dass es oftmals nicht die großen Ereignisse sind, die uns geprägt haben, sondern die vielen kleinen Begebenheiten, wie das Sammeln von Plastikansteckblumen, der Geschmack von Schneeflocken auf dem Wollschal, Zwangsausschnauben in das elterliche Stofftaschentuch, Filzstifte anlecken, Läuse haben, im Faschingskostüm schlafen gehen...Vielleicht nicht gerade ein Buch für Kinder, aber ein Buch für das Kind in uns Erwachsenen. Nadia Budde beschönigt nichts. Zeitweise hat die totgefahrene Katze am Straßenrand, das Fressen von Popel und Schorf und der beschriebene Fall vom Kindsein in die Erwachsenwelt etwas Brutales, so dass man schnell weiterblättern möchte. Doch gehören nicht auch Abschied und Schmerz zum Kindsein, wie zu uns Erwachsenen die Träumereien und Faxen machen? Die zehn Kapitel können einen ganzen Cocktail von Gefühlen wecken. Derjenige, der dieses Buch sein eigen nennt, wird es vermutlich immer mal wieder aus dem Bücherregal nehmen und beim Blättern in seine eigene Vergangenheit abtauchen. Dieses Bilder-Lese-Buch ist ein Schatz. Eine Geschenkidee für sich selbst oder für jemanden, mit dem man zusammen in der Modder spielen und auf Nachtwanderung gehen würde. 

Ein fester Leineneinband und sogar ein Lesebändchen zieren die gesammelten Erinnerungen. 

Budde, Nadja: Such dir was aus, aber beeil dich, Peter Hammer Verlag, Frankfurt am Main 2009. Ab 12 Jahren