Programmarchiv Literaturhaus Rostock

31. März 2021 | 16:00 Online-Lesung: Katrin Möller-Funck liest aus „Dunkelnacht“ von Kirsten Boie

Für Jugendliche ab 15 Jahren[mehr]

„Weil auch in diesen Zeiten irgendwer das Richtige tun muss, einfach, weil es richtig ist.“ April, 1945. Alle spüren, dass der Krieg und die fürchterliche Ideologie der Nationalsozialisten kurz vor dem Ende stehen. Doch in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945, zwei Tage vor Hitlers Selbstmord, ereignet sich das dunkelste Kapitel der damals noch jungen Stadt Penzberg in Bayern. Denn während der einst von den Nazis abgesetzte Bürgermeister zurück ins Rathaus zieht, erlässt die Wehrmacht den Befehl, alle Widerständler sofort hinzurichten. Und zwischen allen Fronten stehen die Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl. Gelesen von Katrin Möller-Funck (Leiterin des Kempowski Archivs Rostock). Eintritt frei! Für Jugendliche ab 15 Jahren. Anmeldung: Interessierte melden sich bitte an bei Juliane Foth: kipro@literaturhaus-rostock.de. Sie bekommen dann den Zugangslink per E-mail zugeschickt.

24. März 2021 | 20:00 Online-Lesung: Thomas Kunst: »Zandschower Klinken«

Moderation: Anke Jahns (NDR) Livestream via twitch.tv/lithausrostock[mehr]

Bengt Claasen sitzt im Auto, sein ganzes Hab und Gut im Kofferraum. Vor sich, auf dem Armaturenbrett, liegt das Halsband seiner verstorbenen Hündin. Dort, wo es herunterfällt, will er anhalten und ein neues Leben beginnen. Er fährt so langsam und vorsichtig, wie es nur geht, und landet schließlich in Zandschow – einem Nest im äußersten Norden mit einem Feuerlöschteich im Zentrum. Schnell stellt er fest: Die Bewohner des Orts rund um »Getränke-Wolf« folgen einem strengen Wochenplan, donnerstags werden zum Beispiel zwanzig Plastikschwäne auf dem Teich ausgesetzt, und sie feiern an ihrer »Lagune« Festspiele unter künstlichen Palmen. Überhaupt: Mit den prekären Verhältnissen mitten in der Pampa finden sich die Menschen hier nicht mehr ab. Ihr Zandschow ist Sansibar, hier kann man arm sein, aber trotzdem paradiesisch leben, in viel Verrücktheit. Mit unbändiger Fantasie und viel Witz erzählt Thomas Kunst in »Zandschower Klinken«  von einer solidarischen Gemeinschaft, die sich am eigenen Schopf aus der Misere zieht – trotzig und stur, frei und eigensinnig. Er entwirft eine Utopie in unserer globalisierten Gegenwart und findet für sie eine Sprache von bezwingender Musikalität. Thomas Kunst, geboren 1965 in Stralsund, lebt und arbeitet in Leipzig. Er veröffentlicht Gedichte und Romane sowie Hörbücher, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Lyrikpreis Meran 2014. Für einen Auszug aus »Zandschower Klinken« erhielt er den Niederösterreich Literaturpreis 2018.
Thomas Kunst war bereits zwei Mal Mitglied der Jury zum Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern, zuletzt gemeinsam mit der Hörfunk-Journalistin Anke Jahns (NDR M-V), die die Lesung am 24.3. moderiert. Die Veranstaltung ist kostenlos. Livestream via twitch.tv/lithausrostock Eine Veranstaltung des Literaturhauses Rostock in Kooperation mit dem Koeppenhaus in Greifswald.

23. März 2021 | 10:00 Virtuelle Lesung mit Martin Schäuble: »Cleanland« für Schüler:innen ab 12 Jahren (via Zoom)

Spannend und hochaktuell: die Folgen einer Pandemie konsequent weitergedacht [mehr]

Die 15-jährige Schilo wohnt in Cleanland – dem Land der Reinen. Dank moderner Technik und strenger Gesetze sind die Menschen hier geschützt vor Krankheiten aller Art. Nur eine einzige registrierte Freundin zu haben, rund um die Uhr überwacht zu werden und die eigene Großmutter nur durch eine Glasscheibe zu sehen – für Schilo ist das in Ordnung, Gesundheit hat nun mal ihren Preis. Doch dann erfährt die Familie ihrer Freundin die Härte des Regimes. Und Schilo verliebt sich in Toko, einen der Cleaner, die nachts Straßen und Gebäude desinfizieren müssen. Da begreift sie, wie hoch der Preis wirklich ist. Was ist wichtiger: die Gesundheit – oder die Freiheit? Dr. Martin Schäuble beschäftigt sich als Sachbuch- und Romanautor mit dem Spannungsfeld Politik, Kultur und Religion – vor allem in ihren radikalen Formen. Dabei führt er Zeitzeugen-Gespräche und will beschreiben, wie sich zum Beispiel Lebensläufe radikalisieren können. Die Veranstaltung wird gefördert vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes M-V sowie vom Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Anmeldung unter: kipro@literaturhaus-rostock.de Die Fragen schicken Sie bitte bis zum 19.03.2021 an Juliane Foth (Literaturhaus Rostock). Angemeldeten Schulklassen schicken wir den Zoom-Link separat zu.

15. März 2021 | 19:00 Preis der Literaturhäuser 2020: Marlene Streeruwitz (online)

Grußworte: Robert Huez (Literaturhaus Wien) Laudatio: Daniela Strigl (Literaturkritikerin / Universität Wien) Gespräch mit Stefan Gmünder (Literaturkritiker und Autor) live aus dem Literaturhaus Wien [mehr]

Das Netzwerk der Literaturhäuser vergibt jedes Jahr einen Literaturpreis. Der “Preis der Literaturhäuser 2020” wurde der österreichischen Autorin und Regisseurin Marlene Streeruwitz zugesprochen. Verbunden mit dem Preis ist traditionell eine Lesereise durch die Häuser des Netzwerkes. Pandemie bedingt konnte diese Lesereise nicht stattfinden, ebenso wenig die offizielle Preisvergabe auf der Leipziger Buchmesse.Nun wird die Preisvergabe bei einem Abend im Literaturhaus Wien nachgeholt, die Mitglieder des Netzwerkes übernehmen den Live-Stream der Veranstaltung ohne Publikum. Marlene Streeruwitz stellt mit ihrem vielseitigen Werk eine außerordentlich wichtige und politisch profilierte Stimme in der deutschsprachigen Literatur dar. Sie wagt sich damit immer mitten hinein in die Krisen unserer Gegenwart. An ihren zwischen zornigen Befreiungsversuchen und Selbstverlust changierenden Frauenfiguren spielt Streeruwitz verschiedenste Möglichkeiten durch, die mehr oder weniger subtilen Macht- und Gewaltstrukturen unserer Gesellschaften literarisch erfahrbar zu machen. Den Livestream finden Sie hier. Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine Kooperationsveranstaltung des Netzwerks der Literaturhäuser.

10. März 2021 | 14:00 Buchort-Rallye durch Rostock

Stadtrundgang für Familien [mehr]

Das Angebot findet 2021 als Programmpunkt von #ErlebnisWinterRostock statt. Mit freundlicher Unterstützung der Großmarkt Rostock GmbH. „Welche Bücherorte kennt Ihr in Rostock? Wer schrieb „Kaspar Ohm“ und welches Archiv in Rostock gedenkt einem großen Schriftsteller der Stadt? Diese und viele weitere Fragen rund ums Thema „Literatur in und aus Rostock“ gilt es zu beantworten!“ – Mit der App „Actionbound“ haben Familien mit Kindern, aber auch Grundschüler*innen die Möglichkeit, an einer Schnitzeljagd der besonderen Art durch Rostocks Innenstadt teilzunehmen. Rund um das Thema „Bücherorte in Rostock“ werden spielerisch, mit Multiple-Choice-Fragen sowie Single-Choice-Fragen, gestellt. Die Teilnehmer:innen müssen aktiv die Antworten in das Endgerät eingeben. Das „Junge Literaturhaus Rostock“ bietet an, den Actionbound zu begleiten.

Termine:

Mi, 10.03., 14.00 Uhr, 16.00 Uhr Do, 11.03., 14.00 Uhr, 16.00 Uhr Sa, 13.03., 10.00 Uhr, 14.00 Uhr, 16.00 Uhr So, 14.03., 10.00 Uhr, 14.00 Uhr, 16.00 Uhr Anmeldung: bei Juliane Foth, kipro@literaturhaus-rostock.de Zielgruppen: Für Kinder von 6 bis 12 Jahren als Angebot für Familien, aber auch Schulgruppen (Grundschule, 1.–4. Klasse) – abhängig von den aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Wer an der virtuellen Schnitzeljagd durch Rostock teilnehmen will, braucht ein Smartphone, die kostenlose App ACTIONBOUND und einen QR-Code, den wir Ihnen nach der Anmeldung zuschicken. 1. Kostenfreie Installation der App „Actionbound“ auf das Smartphone oder Tablet. 2. Einscannen des beigefügten Codes: Pro Famile oder Suchteam bitte den Code nur 1x nutzen. 3. Startpunkt: Literaturhaus Rostock Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie: Der Rundgang findet als Open-Air-Veranstaltung statt. Die Teilnehmer:innen werden unterwiesen, die Abstandsregeln und an öffentlichen Plätzen die Maskenpflicht einzuhalten. Für den erfolgreichen Abschluss des Stadtrundgangs müssen keine Räumlichkeiten betreten oder Gegenstände berührt werden.

04. März 2021 | 20:00 Kinder oder Schreiben – über die (Un)Vereinbarkeit von Familie und Autor:innenschaft

Lesung und Diskussion auf Zoom[mehr]

Der Autor als Genie, das in Abgeschiedenheit und Ruhe ein großes Werk schafft: ein hartnäckiges Klischee, dem eine traditionelle familiäre Rollenaufteilung zugrunde liegt. Meistens war das Genie männlich – oder weiblich und kinderlos bzw. eine »Rabenmutter«. Das Bild vom ungestörten, fokussierten Schaffensprozess bestimmt häufig auch die Autor:innenförderung und schränkt diese für schreibende Eltern ein: Mit Familie kann man zu den wenigsten Aufenthaltsstipendien, Stadtschreiberstellen etc. anreisen. Ein Künstlerhaus beispielsweise begründete seine ablehnende Haltung gegenüber mitgebrachten Kindern explizit so: »(…) it really troubles other writers who need to concentrate«.  Was es in der Förderung, aber auch im Alltag bedeutet, als Autor:in mit Familie Raum und Zeit für die eigene kreative Arbeit zu finden und auch vor sich selbst zu verteidigen, dokumentiert das Blog »other writers«, das Katharina Bendixen, Sibylla Vričić Hausmann und David Blum 2020 ins Leben gerufen haben.  Im Gespräch mit Bendixen und drei Autor:innen des Blogs möchten wir über die Vereinbarkeit von Familie und Schreibprozess sprechen, aber auch über Rollenbilder im Wandel und die Auswirkungen, die Elternschaft auf literarische Formen und Themen hat.  Es lesen und diskutieren die Autor:innen und Eltern Katharina Bendixen, Dmitrij Gawrisch, Linn Penelope Micklitz und Barbara Peveling. Katharina Bendixen, geboren 1981 in Leipzig, schreibt Bücher für Erwachsene (poetenladen), für Jugendliche (Mixtvision) und für Kinder (Loewe). Für ihre Texte erhielt sie diverse Auszeichnungen, u.a. das Heinrich-Heine-Stipendium (2017) und ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds (2020). Ihre zwei Söhne kamen 2016 und 2018 zur Welt. Dmitrij Gawrisch, 1982 in Kiew geboren, in Bern aufgewachsen, lebt heute in Berlin. Zunächst studierte er Betriebs- und Volkswirtschaftslehre an der Universität Bern. Neben Prosa schreibt er literarische Reportagen und Theaterstücke, darunter »Brachland«, »Mal was Afrika« und »Wird schon werden«. Er ist getrennterziehender Vater eines siebenjährigen Sohnes und arbeitet derzeit an einem Roman. Linn Penelope Micklitz wurde 1992 in Thüringen geboren und studierte Philosophie und Kreatives Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, wo sie als Literaturredakteurin beim kreuzer und an der Universität arbeitet. Sie erhielt unter anderem 2019 das Stipendium für Nature Writing vom Verlag Matthes & Seitz und den Eobanus Hessus Preis für junge Literatur. Ihr Sohn kam 2020 zur Welt. Barbara Peveling, 1974 geboren, Autorin und promovierte Anthropologin. Finalistin beim Open Mike 2006. Sie hat zwei Romane veröffentlicht und bei der Edition Nautilus im Frühjahr 2021 einen Essayband über das Kinderkriegen zusammen mit Nikola Richter herausgegeben. Sie war 2020 NRW-Regionsschreiberin und hat ihre drei Kinder mit in das Stipendium genommen. Die Veranstaltung ist kostenlos. Zoom Link: https://zoom.us/j/92215408619 Stream Via Youtube. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem LiteraturRat M-V. Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen von Neustart Kultur der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.