Programmarchiv Literaturhaus Rostock

28. November 2017 | 20:00 Kristof Magnusson und Hauck & Bauer: »Warten auf das Christkind«

Cartoon-Show, Lesung & Weihnachten auf Isländisch[mehr]

Wer die plötzlich besinnliche Stimmung und das verbissene Streben nach Harmonie in der Adventszeit leid ist, der konnte sich am Dienstag bei Kristof Magnusson und Hauck & Bauer über die tatsächliche Lage in deutschen Familien während der Weihnachtszeit amüsieren. Das Trio kam in das Literaturhaus Rostock, um die festliche Zeit einzuläuten, aber nicht feierlich, sondern wahrheitsgemäß! Denn kann zwischen Geschenkroutine und Glühweinrausch überhaupt noch besinnliche Stimmung aufkommen? Die beiden Karikaturisten Hauck & Bauer synchronisierten ihre teils bösen, aber auch unglaublich lustigen Cartoons, die sich mit dem alljährlichen Weihnachts-Marathon auseinandersetzen. Unter anderem gab es einige Beispiele für das passende Weihnachtsgeschenk für die Liebsten: ob nun Lesebrillen für Hörbücher oder der Spartipp für geizige Eltern: einfach jedes Jahr den Papa zu Weihnachten den Kindern schenken! Ihr Verlagskollege Kristof Magnusson las eine isländische Weihnachtssaga und Ausschnitte aus seinen Romanen vor. Zum Schluss durfte das ganze Publikum zusammen mit den Künstlern noch ein Weihnachtslied auf Isländisch singen! So wie einige versuchten, den Text richtig auszusprechen und andere sicherlich nur den Mund stumm bewegten, fühlte man sich doch gleich an das Weihnachtsfest zu Hause erinnert, wenn dort gesungen wurde! Sicherlich ist die Adventszeit  nicht jedem eine Freude, doch an diesem Abend konnten auch die Skeptiker mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach Hause gehen. Hauck & Bauer sind Elias Hauck (Zeichnungen) und Dominik Bauer (Text), beide Jahrgang 1978. Sie leben in Berlin (Hauck) und Frankfurt a.M. (Bauer) und veröffentlichen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (»Am Rande der Gesellschaft«), der Titanic und in der Spiegel-Online-Rubrik SPAM. Sie wurden bereits zwei Mal mit dem Deutschen Karikaturenpreis (2010, 2014, jeweils Silber) und zuletzt mit dem Deutschen Cartoon-Preis (2017, Silber) ausgezeichnet. Ihre Cartoons erscheinen auch in Buchform im Kunstmann Verlag, u.a. »Man tut, was man kann: Nix.«, »Ich kann einfach nicht Wein sagen« und »Bin ich Jesus? Die Kunst, nicht zu antworten« (mit Michael Tetzlaff). Kristof Magnusson, 1976 als Sohn deutsch-isländischer Eltern geboren, studierte in Leipzig und Reykjavík und lebt als Autor und Übersetzer in Berlin. Seine Komödie »Männerhort« lief an über 100 Bühnen im In- und Ausland und wurde 2015 mit Elyas M'Barek und Detlev Buck verfilmt. Zuletzt sind von ihm erschienen: »Gebrauchsanweisung für Island« sowie die von Kritik und Publikum gefeierten SPIEGEL-Bestseller »Das war ich nicht« und »Arztroman«.  Ein Rückblick von Marie Pruter (Praktikantin im Literaturhaus Rostock)

28. November 2017 | 16:00 "Billy Backe aus Walle Wacke"

Kinderlesung[mehr]

Juliane Foth liest für Kinder ab 5 Jahren aus Markus Orths Buch "Billy Backe aus Walle Wacke" (Teil 1):
Klappentext:
"Billy Backe hat es pfotendick hinter den Ohren: Gemeinsam mit seiner Freundin Polly Posthörnchen und dem geheimnisvollen Schrönk überlistet er die frechen Igel-Indianer. Als dann auch noch Murmeltier Mucki Bude von Wackelriesen entführt wird, brechen die Freunde auf zu einer waghalsigen Rettungsaktion."
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Lesetour der Ostsee-Zeitung statt und wird organisiert von den „Lesemöwen“.
Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungsort: Offener Raum des Soziale Bildung e. V. im Peter-Weiss-Haus.

23. November 2017 | 19:00 Master of Slam 2017

Einmal im Jahr richtet das Literaturhaus Rostock diesen bundesweiten Studierenden-Poetry Slam gemeinsam mit „Studieren mit Meerwert“ aus. Wer gewinnt, fährt für eine Woche in das internationale Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop,...[mehr]

Einmal im Jahr richtet das Literaturhaus Rostock diesen bundesweiten Studierenden-Poetry Slam gemeinsam mit „Studieren mit Meerwert“ aus. Wer gewinnt, fährt für eine Woche in das internationale Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop, um zu schreiben, am Strand spazieren zu gehen und mit den internationalen Stipendiaten die ein oder andere Performance zu erarbeiten. Während des Slam ist außerdem eine Jury aus VerlegerInnen, JournalistInnen und KulturmanagerInnen anwesend, die ihren eigenen Preis vergibt. Ab diesem Jahr können erstmals auch Schülerinnen und Schüler aus MV teilnehmen. Moderation: Der Landesbeauftragte für Liebe und Harmonie Musik: Einmannmusik Eintritt frei! Veranstaltungsort:
Literaturhaus Rostock (im Peter Weiss Haus)
Doberaner Str. 21
18057 Rostock

16. November 2017 | 19:30 Ingo Schulze: »Peter Holtz«

Lesung & Gespräch / Ort: Stadtbibliothek Rostock[mehr]

Vom Waisenkind zum Millionär - wie konnte das so schiefgehen?


Peter Holtz will das Glück für alle. Schon als Kind praktiziert er die Abschaffung des Geldes, erfindet den Punk aus dem Geist des Arbeiterliedes und bekehrt sich zum Christentum. Als CDU-Mitglied (Ost) kämpft er für eine christlich-kommunistische Demokratie. Doch er wundert sich: Der Lauf der Welt widerspricht aller Logik. Seine Selbstlosigkeit belohnt die Marktwirtschaft mit Reichtum. Hat er sich für das Falsche eingesetzt? Und vor allem: Wie wird er das Geld mit Anstand wieder los? Peter Holtz nimmt die Verheißungen des Kapitalismus beim Wort ...

»Ein lächerlich humanistischer Held, ein zutiefst humaner Roman.« (Richard Kämmerlings, Literarische Welt)


Ingo Schulze
wurde 1962 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Nach dem Studium der klassischen Philologie in Jena arbeitete er zunächst als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur, bevor er mit seinem Debüt »33 Augenblicke des Glücks« Kritik und Publikum begeisterte. Nach weiteren gefeierten literarischen Werken (u.a. »Simple Storys« und »Neue Leben«) veröffentlichte Schulze zuletzt vor allem Essays und Reden: »Was wollen wir?« und »Unsere schönen neuen Kleider« (über die »marktkonforme Demokratie«). Im Herbst 2017 erschien sein lang erwarteter neuer Roman »Peter Holtz«, gelangte auf die Longlist des Deutschen Buchpreises & auf die SPIEGEL-Bestsellerliste und bescherte seinem Autor den Rheingau Literatur Preis.

Ingo Schulzes Werk wurde auch mit internationalen Preisen ausgezeichnet und ist in 30 Sprachen übersetzt. Weitere Informationen auf seiner Homepage. Moderation: Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock)
Ort: Stadtbibliothek Rostock, Kröpeliner Str. 82, 18055 Rostock
Eintritt: 8,-€ / erm. 5,-€
Vorverkauf: Stadtbibliothek Rostock

Eine gemeinsame Veranstaltung von Literaturhaus Rostock und Stadtbibliothek Rostock.

14. November 2017 | 20:00 Sudabeh Mohafez: »Behalte den Flug im Gedächtnis«

Lesung & Gespräch im Rahmen des »Weltwechsels«[mehr]

Ein Berg wächst auf der Spree: Der Damāwand, höchster Berg des Iran, erhebt sich mitten in Berlin. So beginnt die erste von vier Geschichten, die Sudabeh Mohafez am Dienstag im Möckelsaal  vorlas. Jede davon behandelt ein anderes Schicksal, ob nun das des sonst unausstehlichen Neonazi-Nachbarn in Berlin, der nach dem Selbstmord der Freundin Beistand benötigt, oder das der Putzfrau in Teheran, die ihr Leben unter schwierigsten Bedingungen meistert und die Not anderer zu lindern versucht. Mohafez erzählt, als seien Missbrauch, Armut, das Gefühl von Fremdheit kein Grund für unüberwindbaren Kummer. Die Schwere der Themen verfliegt in der lockeren und offenen Art der Autorin,  damit umzugehen, doch die Schicksale behalten trotzdem ihre Tiefe. Gemeinsam ist den Erzählungen, dass sie auf die eine oder andere Art und Weise mit dem Leben von Sudabeh Mohafez verknüpft sind. »Behalte den Flug im Gedächtnis«, eigentlich ein Zitat der iranischen Dichterin Forugh Farrochzād, wird hier in einen anderen Zusammenhang gesetzt. Der tatsächliche »Flug« der Autorin von Teheran nach Deutschland, der sprichwörtliche Weltwechsel, auch Name der Veranstaltungsreihe, in dessen Rahmen Mohafez in Rostock zu Gast war, ist Ursprung und Antrieb der Geschichten. Zwischen den unterschiedlichen Welten aufgewachsen, verschwimmen die Grenzen der eigenen Kultur – Sudabeh Mohafez gab am Dienstag Einblicke in diese Möglichkeit eines Lebens, in dem Teheran und Berlin, der Damāwand und die Spree, miteinander verschmelzen. Sudabeh Mohafez wuchs in Teheran auf. Mit vierzehn Jahren, genau am Tag der iranischen Revolution im Jahr 1979, ging sie mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie studierte Musik, Anglistik und Erziehungswissenschaften, arbeitete außerdem jahrelang in einem Frauenhaus. Fremd habe sie sich in Deutschland nie gefühlt, auch wenn das nicht jeder verstanden hätte, sagt die mittlerweile im Schwäbischen Wald lebende Autorin. Schon vorher veröffentlichte Mohafez Erzählbände und Romane. »Behalte den Flug im Gedächtnis« feierte am Dienstag im Rahmen des »Weltwechsels«  in Rostock Premiere und enthält teils preisgekrönte Kurzgeschichten. Ein Rückblick von Marie Pruter (Praktikantin im Literaturhaus Rostock) Mehr Informationen über den Weltwechsel (noch bis zum 25. November in ganz Mecklenburg-Vorpommern) finden Sie unter http://www.eine-welt-mv.de/weltwechsel/. Mehr über die Autorin unter http://www.sudabehmohafez.de/ Eine Veranstaltung im Rahmen des »Weltwechsels« zum Thema Menschlichkeit des Eine-Welt-Landesnetzwerks M-V, gefördert von der Robert-Bosch-Stiftung.

07. November 2017 | 20:00 Carmen Stephan: »It's all true« (LiteraTour Nord)

Ort: andere buchhandlung / Moderation: Prof. Lutz Hagestedt (Universität Rostock)[mehr]

Brasilien, Nordosten, 1941. Vier Männer wollen nicht länger hinnehmen, was falsch ist. Sie bauen ein Floß und machen sich auf den Weg zum Präsidenten. Zweitausend Kilometer segeln sie auf ihrer Jangada über das Meer. Barfuß. Ohne Karte, ohne Kompass. Die Sterne führen sie. Es sind die Fischer Jerônimo, Mané Preto, Tatá und ihr Anführer, Jacaré. Sie fahren für etwas so Einfaches wie Großes: das Recht, am Leben zu sein. Nach 61 Tagen erreichen sie Rio de Janeiro und sind Helden. Der Hollywood-Regisseur Orson Welles, dessen Film »Citizen Kane« gerade in den Kinos lief, will ihre kühne Odyssee verfilmen – doch bei den Dreharbeiten fällt Jacaré von Bord und verschwindet im Meer. Carmen Stephan, 1974 im bayerischen Berching geboren, arbeitete mehrere Jahre als Autorin in Brasilien. Heute wohnt sie in Genf. 2005 erschien der Geschichtenband »Brasília Stories« und 2012 ihr erster Roman »Mal Aria«, für den sie mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2012 und dem Debütpreis des Buddenbrookhauses 2013 ausgezeichnet wurde. Ein Portrait über Carmen Stephan finden Sie hier: https://youtu.be/4joF_6YQ-5w
Ort: andere buchhandlung, Wismarsche Straße 6/7, 18057 Rostock
Eintritt: 9,- / erm. 7,- €
Vvk.: andere buchhandlung

04. November 2017 | 18:00 Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern 2017

Lesung der FinalistInnen und Preisverleihung / Ort: Universität Greifswald (Aula)[mehr]

Über einhundert Gäste hatten sich am Abend des 04.11.2017 in der Aula der Universität Greifswald eingefunden. Die Preisverleihung fand in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie der Universität Greifswald statt und gab dadurch dem Zusammenwirken von Literatur, Stadt und Universität einen würdigen Rahmen.

Die sechs Finalistinnen und Finalisten stellten in einer jeweils zehnminütigen Lesung Auszüge aus den eingereichten Werken vor: Mit Kurzprosa waren Katharina Lang und Sven Hirsekorn vertreten, André Hatting und Steffen Dürre trugen Gedichte vor, Berit Glanz und Lukas Valtin lasen aus ihren Romanmanuskripten.

Mit dem Preis der Jury wurde die in Greifswald lebende Autorin und Übersetzerin Berit Glanz ausgezeichnet. Glanz, 1982 in Preetz (Schleswig-Holstein) geboren, arbeitet seit 2010 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Fennistik und Skandinavistik der Universität Greifswald. Berit Glanz war 2016 Finalistin beim Literaturwettbewerb open mike in Berlin und schreibt und übersetzt Theaterstücke für Kinder und Jugendliche aus dem Norwegischen und Isländischen. Der Preis der Jury umfasst einen mit 2.000 € dotierten einmonatigen Stipendienaufenthalt im Künstlerhaus Lukas, eine eigenständige Publikation im freiraum-verlag und eine Lesereise durch literarische Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern. In der Jury für den Hauptpreis waren die Journalistin und Literaturredakteurin des NDR Anke Jahns, der Literaturwissenschaftler Prof. Moritz Baßler und der Autor Bert Papenfuß. Sie haben aus über 70 anonymisierten Bewerbungen die sechs FinalistInnen ermittelt und schließlich den Preis der Jury an Berit Glanz vergeben, die einen Auszug aus ihrem Romanmanuskript »Toboggan« eingesandt hatte. Die Jury zeichnet einen Text aus, »der vor Gegenwärtigkeit sprüht, der weiß, daß es das Internet gibt, der Tinder, Indiepop und Programmiersprache kennt und das Kauderwelsch des Marketing. Doch der Text macht es sich damit nicht einfach, er gleitet weder in Satire noch in schlichte Affirmation ab, sondern spricht die großen Fragen und Themen der Literatur in diesem Licht neu an: Liebe, Kindheit, Erinnerung und was wir mit der Zeit anfangen, die uns auf Erden gegeben wurde. Das ist eine Prosa, die sich nicht in eine Nische zurückzieht und stattdessen die Literatur intensiv an unsere Zeit ankoppelt.« Der 1. Publikumspreis (dotiert mit 1.000,- €) ging ebenfalls an Berit Glanz, den 2. Publikums­preis erhielt Steffen Dürre (500,- €), den 3. Publikumspreis gewann Sven Hirsekorn (300,- €). Alle FinalistInnen können Texte in einer Anthologie des freiraum-verlags veröffentlichen. Der Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern wurde 2017 zum zweiten Mal vergeben und stellt das literarische Schaffen von AutorInnen in und aus dem Bundesland in den Mittelpunkt. Ins Leben gerufen haben den Preis das Künstlerhaus Lukas, das Literaturhaus Rostock, das Literaturzentrum Vorpommern im Koeppenhaus, der freiraum-verlag und der LiteraturRat M-V. Ermöglicht wird der Preis durch eine Förderung des Kultusministeriums und durch die Unterstützung eines privaten Sponsors. 2018 wird der Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin vergeben