Programmarchiv Literaturhaus Rostock

30. Mai 2017 | 20:00 Max Goldt: »Lippen abwischen und lächeln«

Restkarten an der Abendkasse // Einlass ab 19.30 Uhr[mehr]

Auf einzigartige Weise verbindet Max Goldt höchste literarische Stilistik, satirische Schärfe, Gedankentiefe und Komik. Liebhaber des besonderen Humors können sich davon im jüngst erschienenen Prachtband »Lippen abwischen und lächeln« überzeugen: Er versammelt das Schönste, Komischste und Erstaunlichste, das Max Goldt in den Jahren von 2003 bis 2014 schrieb und vorlas.
Überzeugen kann und sollte man sich aber auch in einer Lesung mit Max Goldt, der nicht nur seine Texte, sondern auch die Kunst des Vortrags immer weiter perfektioniert.

Max Goldt, geboren 1958 in Göttingen, lebt in Berlin. Er bildete zusammen mit Gerd Pasemann das Musikduo »Foyer des Arts«, in welchem er eigene Texte deklamierte. Max Goldt hat zusammen mit Katz zehn Comicbände herausgebracht. Er bereist nicht selten den deutschen Sprachraum als Vortragender eigener Texte. 1997 wurde ihm der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor verliehen, 1999 der Richard-Schönfeld-Preis für literarische Satire, 2008 der Kleist-Preis und der Hugo-Ball-Preis und 2016 der Göttinger Elch.

Ort: Literaturhaus Rostock im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Straße 21, 18057 Rostock (großer Saal)

Einlass ab 19.30 Uhr, Veranstaltungsbeginn 20 Uhr
Vorverkauf: 14,- € zzgl. Gebühr (Vorverkaufskontingent ausverkauft - bitte die Abendkasse nutzen)
Abendkasse: 17,- €

Restkarten an der Abendkasse

22. Mai 2017 | 20:00 Preis der Literaturhäuser 2017: Terézia Mora in Lesung & Gespräch

Laudatio und Moderation: Sigrid Löffler[mehr]

Der mit 15.000 Euro dotierte Preis der Literaturhäuser wird mit Unterstützung des Kulturpartners ARTE seit 2002 jährlich an Autorinnen und Autoren vergeben, die mit ihrem Werk und dessen Präsentation ästhetische Maßstäbe setzen. Preisträger waren zuletzt Ulf Stolterfoht, Nicolas Mahler und Judith Schalansky. Das Netzwerk der Literaturhäuser ehrt 2017 die Erzählerin und Übersetzerin Terézia Mora.
Die 1971 in Ungarn geborene und heute in Berlin lebende Terézia Mora hat bislang ein Werk vorgelegt, das zum Aufregendsten und stilistisch Verblüffendsten gehört, was die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu bieten hat. In ihren Büchern – von »Seltsame Materie« (1999) über »Alle Tage« (2004) und den mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman »Das Ungeheuer« (2013) bis hin zu ihren jüngsten Erzählungen »Die Liebe unter Aliens« (2016) – entwickelt sie unverwechselbare Sprach- und Erzählformen.

Terézia Moras Prosa, die oftmals in die Lebenssphären von Außenseiterfiguren hineintaucht und so die scheinbar eindeutige Bestimmung von »Normalität« hinterfragt, bildet auf unterschwellige Weise ab, was unsere Gesellschaft insgeheim erschüttert. Terézia Mora, die auch als Übersetzerin aus dem Ungarischen, vor allem der Werke Péter Esterházys, hervorgetreten ist, versteht es zudem, ihre Prosa auf beeindruckende, lange nachhallende Weise vorzutragen. Abende mit ihr schenken ihren Zuhörern unvergessliche Erfahrungen.

Die Laudatio auf die Preisträgerin Terézia Mora hält die Literaturkritikerin und Publizistin Sigrid Löffler. Einem breiten Publikum ist Sigrid Löffler, die auch durch den Abend führen wird, u.a. durch ihre zwölf Jahre währende Teilnahme am Literarischen Quartett mit Marcel Reich-Ranicki bekannt. Sie gründete die Monatszeitschrift Literaturen, deren Chefredakteurin sie bis 2008 war, und arbeitet als Gastdozentin an amerikanischen, deutschen und österreichischen Universitäten sowie als Literaturkritikerin für deutsche und österreichische Medien.

Eintritt: 8,- € / 5,- € erm.
Vvk. in der anderen buchhandlung (Wismarche Str. 6/7), 18057 Rostock,
bzw. im Pressezentrum (Neuer Markt 3, 18055 Rostock) oder ONLINE.

Ort: Literaturhaus Rostock (im Peter-Weiss-Haus), Doberaner Str. 21, 18057 Rostock

16. Mai 2017 | 20:00 Alina Herbing: »Niemand ist bei den Kälbern«

Eine »Anti-Idylle« aus Mecklenburg // Lesung & Gespräch[mehr]

Hochsommer in Schattin, Gemeinde Nordwestmecklenburg. Christin ist gerade auf den Bauernhof ihres langjährigen Freundes Jan gezogen. Die Aufbruchstimmung der Nachwendejahre, die ihre Kindheit prägte, ist längst dahin, doch für Jan ist der väterliche Betrieb trotz sinkender Milchpreise noch immer das Wichtigste im Leben.

Christin hingegen will nur weg. Sie träumt von der Großstadt und einem Job im Büro. Aber wo soll sie hin ohne Ausbildung? Es bleiben die immer gleichen Dorffeste, die immer gleichen Freunde, der arbeitslose Vater und der Kirschlikör aus dem Konsum. Bis Klaus auftaucht, Windkrafttechniker aus Hamburg: In ihm sieht Christin einen Ausweg aus ihrem bisherigen Leben …

Alina Herbing, geboren in Lübeck, ist in Mecklenburg aufgewachsen und hat Kreatives Schreiben in Hildesheim studiert. Ihr literarisches Debüt ist eine ehrliche, unromantische Milieustudie über das Landleben und eine gescheiterte Wende-Generation. »Niemand ist bei den Kälbern«: ein Roman über Grenzen und Grenzüberschreitungen, über Landflucht und prekäre Umfelder, über das Leben zwischen Ost und West, gestern und heute, Existenzangst und die Sehnsucht nach Freiheit. Alina Herbing war 2016 Stipendiatin der Hansestadt Rostock.

Eintritt: 7,- € / erm. 5,- €
Nutzen Sie auch den günstigen Vorverkauf in der anderen buchhandlung (Wismarsche Str. 6/7), im Pressezentrum (Neuer Markt 3) oder ONLINE! Ort: Literaturhaus Rostock im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21, 18057 Rostock

10. Mai 2017 | 19:00 »Einmischung erwünscht?« - Podiumsdiskussion im Rahmen der Ausstellung 100 Jahre Böll im Kröpeliner Tor

Mit Enno Stahl (Autor und Literaturwissenschaftler) und Heiner Hastedt (Professor für Praktische Philosophie an der Universität Rostock) // Moderation: Ulrika Rinke[mehr]

Wie kaum ein anderer Autor brachte sich Heinrich Böll ins politische und gesellschaftliche Leben ein: Er diskutierte den Umgang mit Ulrike Meinhof, als sie Teil der RAF geworden war, unterstützte früh die Umweltbewegung, engagierte sich für verfolgte Autorinnen und Autoren. Auch seine Werke sind die eines eingreifenden Zeitgenossen - so thematisierte er in »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« das Agieren der Springer-Presse. Dafür war ihm die Unterstützung aus Gesellschaft und Politik keineswegs sicher, im Gegenteil - dies zeigt die Ausstellung im Kröpeliner Tor.

Wie haben sich die gesellschaftlichen und literarischen Bedingungen inzwischen verändert? Kann man heute als SchriftstellerIn noch eine vergleichbare Rolle im öffentlichen Leben übernehmen? Ist dies von ihnen selbst überhaupt angestrebt?

Der Sozialphilosoph Prof. Dr. Heiner Hastedt und der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Enno Stahl geben einen (literatur-)historischen Überblick und diskutieren gemeinsam über die politische Rolle und das Selbstverständnis von Autoren. Sind sie heute noch gehörte Bürger, die das Wort ergreifen und sich in Debatten einmischen? Welche Rolle wird ihnen zugeschrieben bzw. von ihnen eingefordert?

Enno Stahl, geboren 1962, ist Autor und promovierter Literaturwissenschaftler. Er arbeitet im Rheinischen Literaturarchiv des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf, wo er Nachlässe rheinisch-bergischer Autoren (zu denen auch Heinrich Böll zählte) betreut und wissenschaftliche Vermittlungsarbeit im Bereich rheinischer Kultur- und Literaturgeschichte betreibt.

Stahl ist zudem Autor einer Reihe gesellschaftskritischer Romane, die in der Tradition des sozialen Realismus stehen. Sein jüngster Roman »Spätkirmes«, soeben erschienen, ist im Rheinland angesiedelt und beschreibt die zerrissene soziale Realität eines Dorfes. Stahl veröffentlichte die Essaysammlung »Diskurspogo. Über Literatur und Gesellschaft« (2013) und gab gemeinsam mit Ingar Solty den Band »Richtige Literatur im Falschen? Schriftsteller – Kapitalismus – Kritik« (2016) heraus.

Heiner Hastedt, geboren 1958, ist promovierter und habilitierter Philosoph und hat an der Universität Rostock den Lehrstuhl für Praktische Philosophie inne. Seine Arbeitsschwer­punkte sind Sozialphilosophie und Anthropologie; zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. »Aufklärung und Technik. Grundprobleme einer Ethik der Technik« (1991) sowie »Der Wert des Einzelnen. Eine Verteidigung des Individualismus« (1998) und eine Monographie zu Jean-Paul Sartre (2005). Seine Monographie »Moderne Nomaden« (2009) untersucht die Frage, wie die gegenwärtigen Anforderungen der Nicht-Sesshaftigkeit und Flexibilität existentiell und gedanklich bewältigt werden können.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern und der Geschichtswerkstatt Rostock.

Eintritt frei
Veranstaltungsort: Kröpeliner Tor, 18055 Rostock

03. Mai 2017 | 20:00 Volker Weiß: »Die autoritäre Revolte: Die neue Rechte und der Untergang des Abendlandes«

Lesung & Gespräch (Moderation: Ulrika Rinke)[mehr]

»Endlich eine Darstellung der deutschen Rechten, die  sich nicht in billiger Polemik erschöpft, sondern gründlich, gerecht und darum vernichtend ist.«
Gustav Seibt

Pegida, AfD & Co.: Der Historiker Volker Weiß bietet eine fundierte Diagnose zu den rechtspopulistischen Phänomenen der Gegenwart. Neben der Beschreibung des Spektrums rechter Bewegungen steht die Analyse des Gedankenguts: Volker Weiß geht den autoritären Vorstellungen nach und veranschaulicht Übergänge von Konservativismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Er macht die Tradition dieses Denkens sichtbar und demaskiert zugleich die antiliberalen Phrasen der Rechten und ihren Gestus als »68er von rechts«. Die frappierende Erkenntnis: »Abendländer« und Islamisten sind in ihrem Kampf gegen Selbstbestimmung Waffenbrüder.

Ein aufklärerisches Buch, das die Dürftigkeit der neuen Bewegungen schonungslos entlarvt und zum Kampf gegen deren autoritäre Zumutungen aufruft.
Volker Weiß, geboren 1972, ist promovierter Historiker. Er schreibt für DIE ZEIT und ZEIT Geschichte, Jungle World, Frankfurter Rundschau, taz, Spiegel-Online. Weißist Autor einer international beachteten Studie zur »Konservativen Revolution« und übte (aus historischer Perspektive) scharfe Kritik an Thilo Sarrazin. Er gilt als einer der besten Kenner der neurechten Szene. Sein neues Buch »Die autoritäre Revolte« stand auf der Shortlist für den Sachbuch-Preis der Leipziger Buchmesse 2017.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung M-V.  Eintritt: 5,- € / 3,- € erm. Ort: Literaturhaus Rostock, Doberaner Straße 21, 18057 Rostock