Programmarchiv Literaturhaus Rostock
13. März 2026 | 19:30 Res Sigusch: »Unbegründete Ängste«
Lesung & Gespräch im Rahmen der Queerfeministischen Festivalwochen | Moderation: Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock)[mehr]
Die Welt von Christian Lotz ist geordnet: sonntags Sektfrühstück mit den Eltern, unter der Woche Arbeit im Fitnessstudio. Christian ist queerer Single in einer sächsischen Kleinstadt, 30 Jahre alt, muskulös und gutaussehend, aber innerlich nervös und fragil: Wie wirkt er auf andere? Warum findet er nicht den Richtigen? Was bringt die Zukunft in Zeiten von Klimawandel, Rechtsextremismus und Pandemien? Und ist er nicht vielleicht längst unheilbar krank, wie ihm seine täglichen Internetrecherchen weismachen wollen? In ihm wachsen Sorge und Panik, die bald keinen Anlass mehr kennen. Erst in größter Not öffnet Christian sich seinem Umfeld und erfährt: Geteilte Angst ist halbe Angst. Res Sigusch studierte Philosophie und Literaturwissenschaft an der FU Berlin und bis 2021 Literarisches Schreiben am Literaturinstitut Hildesheim, wo dey die Veranstaltungsreihe »Diesen Satz streichen: Sexismus im Literaturbetrieb« organisierte und moderierte. Res Siguschs Debüt »Wesentliche Bedürfnisse« erschien 2024 im Berlin Verlag Vvk. 5 € zzgl. Gebühr im Pressezentrum/bei mvticket.de, Abendkasse: 8 € Studierende der Uni Rostock/hmt Rostock frei mit dem Kulturticket des AStA. Anmeldung: reservierung@literaturhaus-rostock.de Ort: Literaturhaus Rostock (im Peter-Weiss-Haus), Doberaner Str. 21, 18057 Rostock Eine Kooperation von Literaturhaus Rostock und Peter-Weiss-Haus e.V. im Rahmen der Queerfeministischen Festivalwochen 2026. Das Literaturhaus Rostock wird gefördert durch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und das Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Bundes- und Europaangelegenheiten.11. März 2026 | 19:00 Ausverkauft! Steffen Mau & Ricarda Lang: »Der große Umbruch«
Ausverkauft! Eventuell Restkarten an der Abendkasse | Lesung & Gespräch | Moderation: Dr. Uwe Neumann (Kunsthalle Rostock) & Susan Schulz (Heinrich-Böll-Stiftung M-V)[mehr]
Wir leben in einer Zeit des Umbruchs: Neue Spaltungen entstehen, die Demokratie wird von Krisen erschüttert, geopolitische Herausforderungen fordern uns heraus wie nie zuvor. Inmitten dieser tiefgreifenden Veränderungen treffen zwei kluge Köpfe aufeinander: die Grünen-Politikerin Ricarda Lang und der Soziologe Steffen Mau. Gemeinsam analysieren sie die großen Themen unserer Zeit – von sozialer Ungleichheit über politische Polarisierung bis hin zur Krise der Staatlichkeit. In ihrem Dialog stellen sie drängende Fragen: Wie können wir den gesellschaftlichen Diskurs aus der Falle der Affektpolitik befreien? Was braucht es, um Fortschritt neu zu denken? Und wie können wir Demokratie und Zusammenhalt in einer von Krisen geprägten Welt stärken? Ihr Buch bietet keine einfachen Antworten, sondern zeigt, warum wir offene, ehrliche und informierte Gespräche brauchen, um zukunftsfähige Lösungen zu finden. Ein Mut machender Beitrag zur Debatte über unsere gemeinsame Zukunft. Ricarda Lang, geboren 1994, ist eine deutsche Politikerin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Seit 2021 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages, wo sie sich insbesondere für soziale Gerechtigkeit einsetzt. Zusammen mit Omid Nouripour war sie von Februar 2022 bis November 2024 Bundesvorsitzende ihrer Partei. Zuvor war sie bereits stellvertretende Parteivorsitzende und Sprecherin der Grünen Jugend. Steffen Mau, geboren 1968, ist Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2021 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seine Bücher Ungleich Vereint. Warum der Osten anders bleibt (2024) sowie die gemeinsam mit Thomas Lux und Linus Westheuser verfasste Studie Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft (2023) standen auf der Sachbuch-Bestenliste und auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Für Ungleich Vereint erhielt er den Bayrischen Buchpreis 2024. Vvk. zzgl. Gebühr 12 €/5 €* ermäßigt im Pressezentrum/bei mvticket.de & an der Museumskasse der Kunsthalle Rostock | Abendkasse: 15 € *Ermäßigung für Warnowpassinhaber:innen, Schüler:innen, Studierende, Auszubildende, Schwerbeschädigte Ort: Kunsthalle Rostock, Hamburger Str. 40, 18069 Rostock Eine Kooperationsveranstaltung von Kunsthalle Rostock, Heinrich-Böll-Stiftung und Literaturhaus Rostock. Das Literaturhaus Rostock wird gefördert durch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und das Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Bundes- und Europaangelegenheiten.04. März 2026 | 19:30 NO SCRIBES – Die literarische Girlband mit Paula Fürstenberg, Alisha Gamish und Raphaëlle Red
Literatur-Musik-Performance im Rahmen der Queerfeministischen Festivalwochen [mehr]
GIRLHOOD IST EIN VERSPRECHEN. ZIGAZIGAH. Kaum ein popkulturelles Phänomen hat die 1990er- und 2000er-Jahre so stark geprägt wie Girlbands: Drei bis fünf junge Frauen, meist sorgfältig nach Typen zusammengestellt, vermarktet als Projektionsfläche für Begehren, Identifikation und Empowerment. Zwischen Rebellion und Massentauglichkeit verhandelten sie Schwesternschaft, Körperbilder, sozialen Aufstieg. Dahinter: ausbeuterische Strukturen, normierte Rollen und Machtverhältnisse einer Industrie, die das Kollektiv so schnell verschluckte, wie sie es inszeniert hatte. NO SCRIBES greifen diese Dynamiken auf und setzen sich mit Identitäten und (Pop-)Feminismus auseinander in einem dreistimmigen Text zwischen Hommage und Kritik, Theorie und Tanzfläche, Megafon und Tagebuch. Band-Bio: Vom Schreibtisch in die Charts: Der Aufstieg der literarischen Girlband NO SCRIBES ist kometenhaft. Was die Schriftstellerinnen Paula Fürstenberg (Grumpy Scribe, Solobuch »Weltalltage«, Sternzeichen Widder), Raphaëlle Red (Riot Scribe, Solobuch »Adikou«, Sternzeichen Stier), Alisha Gamisch (Dreamy Scribe, Solobuch »Lustdorf«, Sternzeichen Wassermann) verbindet, ist die Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben und Dolly Partons All-Time-Hit »Jolene«. Zusammen sind sie NO SCRIBES, die literarische Antwort auf die Girlbands ihrer Teenage-Jahre – und auf die Einsamkeit. Vvk. 8 €/5 € erm.* zzgl. Gebühr im Pressezentrum/bei mvticket.de, Abendkasse: 12 €/8 € erm.* Studierende der Uni Rostock/hmt Rostock frei mit dem Kulturticket des AStA. Anmeldung: reservierung@literaturhaus-rostock.de *Ermäßigt für: Schüler:innen, Mitglieder im Literaturhaus Rostock e.V., Warnowpass-Inhaber:innen Schwerbeschädigte und Inhaber:innen einer Ehrenamtskart Ort: Literaturhaus Rostock (im Peter-Weiss-Haus), Doberaner Str. 21, 18057 Rostock Eine Kooperation zwischen Heinrich-Böll-Stiftung MV, Peter-Weiss-Haus e.V. und Literaturhaus Rostock im Rahmen der Queerfeministischen Festivalwochen 2026. Das Literaturhaus Rostock wird gefördert durch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und das Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Bundes- und Europaangelegenheiten.01. März 2026 | 17:00 Turn Vulvas into Art: Eine künstlerische Annäherung an die Vulva
mit Sexualpädagogin Elle Lehner vom Centrum für Sexuelle Gesundheit[mehr]
Workshop im Anschluss an die Lesung von Nadine Beck & Rosa Schilling: »Vulva! Wissen für unter der Gürtellinie«, für alle FLINTA*, die noch mehr wissen wollen. Du bist eingeladen, in einem kleinen Rahmen neugierig die Vulva und all ihre Facetten künstlerisch zu erkunden. Gemeinsam wollen wir veraltete und einseitige Bilder von Vulven austauschen – gegen realistische und vielfältige Erzählungen, die aus unserem eigenen Wissen und unseren Erfahrungen entspringen. Hast du jemals eine Vulva gezeichnet? Möchtest du (d)einer Vulva einen Liebesbrief schreiben? ... Zwischendurch gibt es Raum für Austausch und Erkundung eines kleinen sexualpädagogischen Museums. Niemand muss sich nackig machen & Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Im Mittelpunkt stehen Prozess, Austausch und die Freude am Ausdruck. Der Workshop richtet sich an Erwachsene: Besitzer*innen von Vulven und ihre Verbündeten, Eltern, Fachkräfte aus Bildung, Beratung, Medizin, Therapie oder Sozialer Arbeit und alle anderen, die sich dem Thema künstlerisch annähern wollen. Anmeldung unter: info@csg-mv.de Eintritt frei/Spenden willkommen Dauer: 17:00-18:30 Uhr Ort: Peter-Weiss-Haus (im Kartenraum), Doberaner Str. 21, 18057 Rostock Eine Kooperation zwischen Centrum für Sexuelle Gesundheit, Peter-Weiss-Haus e.V. und Literaturhaus Rostock im Rahmen der Queerfeministischen Festivalwochen 2026. Das Literaturhaus Rostock wird gefördert durch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und das Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Bundes- und Europaangelegenheiten.01. März 2026 | 15:00 »Vulva! Wissen für unter der Gürtellinie«
Lesung & Gespräch mit Nadine Beck & Rosa Schilling | Eine Veranstaltung im Rahmen der Queerfeministischen Festivalwochen für Jugendliche ebenso wie für Erwachsene[mehr]
Empowerment pur! Dieses Sachbuch feiert die Vielfalt der Körper und Identitäten. »Vulva!« ist DAS Sachbuch für alle, die mit diesem vulvantastischen Genital auf die Welt gekommen sind – und alle anderen, die mehr darüber lernen möchten. Hier wird endlich Klartext geredet, ohne Scham und mit viel Selbstliebe: Was ist eine Vulva? Wo kommt sie her, wie entwickelt sie sich? Was kann sie alles Tolles? Und wie passe ich gut auf sie auf? Die beiden Sexualpädagoginnen Nadine Beck und Rosa Schilling erklären humorvoll und mit Fingerspitzengefühl die Wunderwelt und Vielfalt dieses genialen Genitals und geben wichtiges Wissen an die Hand. Dabei werden Klitoris und Vagina genauso in ihren Besonderheiten erklärt wie Menstruation oder ein selbstbestimmter Umgang mit dem eigenen Körper und Geschlecht. »Vulva!« ist Empowerment, Aufklärung und Prävention in einem und beweist zusammen mit den frechen, witzigen Illustrationen, dass Wissen für unter der Gürtellinie garantiert alles andere als peinlich ist! Nadine Beck, geboren 1976 im schönen hessischen Marburg an der Lahn, ist zertifizierte Sexualpädagogin und Kulturwissenschaftlerin. Ausstellungen über Sexualität und Vibratoren sind ihre Leidenschaft – sie hat sogar eine ganze Doktorarbeit darüber geschrieben. Die Optimistin hinterfragt gerne die unsichtbaren Regeln in unseren Köpfen, liebt es, unnötige Tabus zu brechen, und hat auch keine Scheu, über die Dinge zu sprechen, über die andere Menschen nicht reden. Die Wahlhamburgerin ist als Sexpertin, Aufklärerin, Künstlerin und Verfechterin für die Enttabuisierung und Entstigmatisierung von Sexualität, Lust, Körpern und Masturbation gefragt. Ihr Markenzeichen sind eine klare, schambefreite Sprache, Authentizität, unbändige Lebensfreude und Humor. Rosa Schilling wurde 1984 in Oldenburg geboren und lebt mit Herzensmenschen und Hündin in Bremen und Hamburg. Zur sexuellen Bildung kam sie über queer*feministischen Aktivismus und ein Studium der Kulturwissenschaften. Seit 2018 betreibt sie mit ihrem Kollektiv den Fuck Yeah Sexshop in Hamburg. Als zertifizierte Sexualpädagogin gibt sie Workshops, bildet angehende Sexualpädagog:innen aus und bietet Sexualberatung an. Eintritt frei/Spenden Willkommen Ort: Literaturhaus Rostock (im Peter-Weiss-Haus), Doberaner Str. 21, 18057 Rostock Im Anschluss an die Lesung findet ab 17 Uhr ein kostenloser Workshop zum Buch mit Elle Lehner (Centrum für Sexuelle Gesundheit) statt. Nähere Informationen findet Sie hier. Anmeldungen für den Workshop unter: info@csg-mv.de Eine Kooperation zwischen Centrum für Sexuelle Gesundheit, Peter-Weiss-Haus e.V. und Literaturhaus Rostock im Rahmen der Queerfeministischen Festivalwochen 2026. Das Literaturhaus Rostock wird gefördert durch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und das Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Bundes- und Europaangelegenheiten.27. Februar 2026 | 20:00 Gilda Sahebi: »Verbinden statt spalten. Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung«
Buchvorstellung & Diskussion | Moderation: Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock) [mehr]
Wer heute in die deutsche Gesellschaft schaut, könnte denken: Es ist ein Land voller Drama, Gegeneinander und Spaltung. Stimmt das wirklich? Oder wird dieser Eindruck politisch erzeugt und medial verstärkt? Gilda Sahebi entlarvt die Erzählung von der Spaltung als Lüge, mehr noch: als Herrschaftsinstrument autoritärer Kräfte. Das betrifft Debatten um Sozialleistungen, Migration, Gendern und Wokeness, Krieg und Frieden sowie Corona.Studien zeigen immer wieder, dass uns mehr eint, als uns trennt: Im eigenen Leben sind Menschen viel öfter zufrieden; sie helfen und unterstützen einander, suchen Verbindung, nicht Hass.
Wo geht die Suche nach Verbindung auf der gesellschaftlichen Ebene verloren? Und: Was kann man tun, um der Erzählung von Spaltung keinen Raum im eigenen Leben zu geben? Gemeinsam suchen wir nach Antworten auf eine der drängendsten Fragen der Gegenwart. Gilda Sahebi ist Ärztin und Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Rassismus, Frauenrechte, Naher Osten und Wissenschaft und schreibt u. a. für die »taz« und den »Spiegel«. Das »Medium Magazin« ernannte sie 2022 zur Politikjournalistin des Jahres. Bei S. FISCHER erschienen von ihr »›Unser Schwert ist Liebe‹. Die feministische Revolte im Iran« und »Wie wir uns Rassismus beibringen. Eine Analyse deutscher Debatten«. Vvk. 10 €/5 € erm.* zzgl. Gebühr im Pressezentrum/bei mvticket.de, Abendkasse: 15 €/10 € erm.*
Studierende der Uni Rostock/hmt Rostock frei mit dem Kulturticket des AStA. Anmeldung: reservierung@literaturhaus-rostock.de *Ermäßigt, wenn nicht anders ausgewiesen, für: Schüler:innen, Mitglieder im Literaturhaus Rostock e.V., Warnowpass-Inhaber:innen Schwerbeschädigte und Inhaber:innen einer Ehrenamtskarte Ort: Vienna House by Wyndham Sonne, Neuer Markt 2, 18055 Rostock Eine Veranstaltung des Literaturhauses Rostock mit freundlicher Unterstützung des Vienna House by Wyndham Sonne. Das Literaturhaus Rostock wird gefördert durch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und das Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Bundes- und Europaangelegenheiten.
25. Februar 2026 | 20:00 »Unser Schmerz ist unsere Kraft«
Lesung mit Gamze Kubaşik und Christine Werner | Moderation: Ali Şirin [mehr]
Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek verloren durch die Mordserie des rechtsterroristischen NSU ihre Väter. Am 9. September 2000 wurde Enver Şimşek in Nürnberg und am 4. April 2006 Mehmet Kubaşık in Dortmund von dem rechtsterroristischen NSU ermordet. Neben Enver Şimşek und Mehmet Kubaşık ermordete der NSU zwischen 2000 und 2007 Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter. Gamze Kubaşık wird über ihre Familiengeschichte, ihren Vater, den NSU-Komplex und ihren Kampf um Aufklärung sowie Erinnerung sprechen. Sie wird erzählen, wie sie die erschütternden Geschehnisse damals erlebte und wie die Morde sie aus ihrem bisherigen Leben rissen. Aber auch darüber, wie sie und Semiya Şimşek gemeinsam eine ungeheure Kraft entwickeln konnten, die sie bis heute immer weiterkämpfen lässt: gegen das Vergessen und für eine Zukunft ohne Ausgrenzung. Das Jugendbuch »Unser Schmerz ist unsere Kraft« greift diese Punkte und die Erinnerungsarbeit auf. Bis zur sogenannten Selbstenttarnung des NSU im November 2011 wurden die Angehörigen der Opfer durch Strafverfolgungsbehörden, Verwaltung und Politik, aber auch von Teilen der Medien nicht ernst genommen, allein gelassen und sogar verdächtigt, selbst in die Mordtaten und Anschläge verwickelt zu sein. Die Ignoranz sowie die falschen Beschuldigungen gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen waren vielfach von rassistischen Haltungen geprägt. Deren Forderungen nach lückenloser Aufklärung der Taten des NSU und des dahinterstehenden neonazistischen Netzwerks wurden in den folgenden Jahren nicht erfüllt, bis heute ungeklärt ist nicht zuletzt die Rolle, die Inlandsgeheimdienste und Strafverfolgungsbehörden im NSU-Komplex spielten. Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek lernten sich bei dem Schweigemarsch in Kassel im Mai 2006 kennen, den die Familie Yozgat, deren Sohn Halit am 6. April 2006 in seinem Internetcafé ermordet worden war, unter dem Motto »Kein zehntes Opfer!« organisiert hatte. Seither kämpfen sie gemeinsam um Aufklärung, Erinnerung und Konsequenzen. Eintritt frei/Spenden willkommen Ort: Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21, 18057 Rostock Die Lesung wird vom Dokumentationszentrums „Lichtenhagen im Gedächtnis“ in Kooperation mit dem Literaturhaus Rostock veranstaltet. Anlass ist der 22. Todestag Mehmet Turguts, welcher in Rostock-Toitenwinkel aus rassistischen Gründen vom sogenannten NSU ermordet wurde. Das Literaturhaus Rostock wird gefördert durch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und das Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Bundes- und Europaangelegenheiten.
