Der Mythos ETERNAUTA – Ausstellung im Peter-Weiss-Haus

El Eternauta im Flur des PWH



Eröffnung mit Anna Kemper (Kuratorin, l.), Johann Ulrich (avant-verlag, r.) und Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock, m.)
Gästebucheinträge

Über 450 reguläre Besucherinnen und Besucher zog die Ausstellung „Der Mythos ETERNAUTA“ ins Peter-Weiss-Haus. Vom 28.08. bis zum 09.10.2016 war die Ausstellung in Rostock zu sehen.

Auch für das Begleitprogramm mit Eröffnungsdiskussion, Führungen, Film, Vorträgen und Comic-Workshop &-Lesung gab es großen Zulauf. Außerhalb der Öffnungszeiten haben Schulklassen mit pädagogischer Begleitung die Ausstellung besucht.

Die groß angelegte Ausstellung, konzipiert vom Literaturhaus Stuttgart und der Journalistin Anna Kemper mit Unterstützung der Bundeskulturstiftung, stellt seit Januar 2016 einem deutschspra­chi­gen Publikum einen Meilenstein der Comicgeschichte vor. Zugleich erzählt sie vom  Schicksal des Autors Héctor Germán Oester­held und seiner Familie unter der argentinischen Militärdiktatur.

Inhalt/Geschichte: 1957 schrieb Héctor Germán Oesterheld die Science-Fiction-Serie „Eternauta“. Darin erobern Außerirdische die Erde und ermorden oder entführen immer mehr Menschen, bis sich der Held Juan Salvo unter dem Namen „Eternauta“ in den Widerstand begibt. Die Suche nach seiner verschwundenen Familie treibt ihn an.

Auf geradezu unheimliche Weise nahm Oesterheld mit dieser fiktiven Invasion sein eigenes Schicksal und das seines Landes vorweg: Während der argentinischen Militärdiktatur wurden in den 1970er Jahren über 30.000 Argentinier ermordet oder ohne jede Spur verschleppt. Zu den Opfern gehören auch Oesterheld und seine Töchter. Für die Mehrzahl der Argentinier ist der ETERNAUTA seitdem ein Symbol: für den Widerstand gegen die Diktatur und die endlose Suche nach ihren verschwundenen Angehörigen.

Die Geschichte des Autors und seiner Familie recherchierte die Journalistin Anna Kemper für das ZEITmagazin. Der im Januar 2015 erschienene Artikel gab den Anstoß zur Übersetzung des Comic-Klassikers ins Deutsche (avant-verlag) und zu einer begleitenden Ausstellung, die die Familiengeschichte und die politischen Hintergründe mit dem Science-Fiction-Comic engführt.

Begleitprogramm in Rostock:

So., 28.08., 18 Uhr: Eröffnung mit Anna Kemper (Kuratorin) und Johann Ulrich (Verleger)
Do., 01.09., 19 Uhr: Argentinien aktuell (Vortrag)
Do., 08.09., 19 Uhr: Was ist eigentlich Populismus? (Vortrag)
Do., 15.09., 19 Uhr: Argentinien - Ein politischer Reisebericht
Do., 22.09., 19 Uhr: „Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.?“ (Filmvorführung und Gespräch mit Jan Müller, Politologe an der Universität Rostock)
So., 09.10., 18 Uhr: mawil, „Kinderland“ (Graphic-Novel-Lesung; zuvor Comic-Workshop)

Der Verein Soziale Bildung e.V. bot zudem kostenfrei 10 Ausstellungs­begleitungen für Schulklassen und Jugendgruppen an, das Literaturhaus organisierte mehrere kostenfreie Führungen während der regulären Öffnungszeiten.

Ausstellung und Begleitprogramm waren ein Gemeinschaftsprojekt von Peter-Weiss-Haus e.V., Soziale Bildung e.V., der Buchhandlung Sequential Art und des Literaturhauses Rostock in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung, der Rosa-Luxemburg-Stiftung M-V und der Heinrich-Böll-Stitung M-V.